Wo geht`s denn hier in ein glückliches kinderloses Leben?

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Zum Pfingstwochenende habe ich Franziska Ferber gewinnen können, einen Gastartikel für das Wonderland zu schreiben.

Das freut mich sehr, denn ich selber komme momentan viel weniger dazu, Euch zu schreiben, als ich gerne würde.
Ich stelle mich gerade beruflich nochmal ein Stück weiter auf und bin dabei, mein Wissen aus 16 Jahren Vertrieb als Unternehmerin und Trainerin künftig auch an Einzel- und Kleinunternehmerinnen weiter zu geben, die sich mit ihrem Soulbusiness selbstständig gemacht haben – aber nie vorhatten, Verkäuferin zu werden 😉

Momentan stecke ich mitten in der Konzeption eines Online-Kurses, baue an meiner neuen Webseite rum, wir pendeln wie in der Saison üblich viel zwischen Deutschland und Kroatien, Team Fell fordert ebenfalls seinen berechtigten Teil Aufmerksamkeit (und steht sowieso und überhaupt immer an erster Stelle 😉 ) und wir genießen ganz einfach das Leben.

Ich freue mich, wenn Ihr mir auf Facebook folgt und wir dort in Kontakt bleiben! Ihr findet mich hier Facebook.
Schreibt mir doch gerne dort eine Nachricht, damit ich weiß, dass Ihr vom Wonderland kommt!

Wer auf diese Weise Lust hat, den Kontakt mit mir mehr in`s RL zu holen – sehr, sehr gerne!

Über das Thema „Ein glückliches Leben als CNBC genießen“ schreibt heute auch Franziska für uns. Und ich liebe den Artikel.

Mein Lieblingszitat? Dieses:

„Weil Erfolg bedeutet, das man bekommt, was man will. Glück aber bedeutet, dass man zu schätzen weiss, was man hat. Und glücklich zu sein, ist doch das eigentliche Ziel. Oder?!“

Aber nun lest selbst! Und wir freuen uns schon auf Eure Kommentare am Ende!

 

Gastartikel von Franziska Ferber

Ja, Himmel, Herrgott! Wie kann es denn nur sein, dass wir als kinderlose Menschen glücklich sind?
Tatsächlich, das ist vorstellbar! Okay, es ist ein langer Weg bis dahin – einer mit vielen groben Steinen, scharf geschliffenen Muscheln und piksenden Ästen unter den Füßen… aber irgendwann, ja irgendwann kommt doch der Punkt, dass man den weichen, hellen Sandstrand erreicht, tief Luft holt, die frische Brise einatmet, zum Horizont blickt… und den blauen Himmel mit Sonnenschein sieht.

Ja, manchmal sind da auch noch vorbeiziehende kleinere und kleine Wolken. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer den Weg des Kinderwunsches gegangen ist, wer loslassen musste… der weiß doch in seinem tiefsten Inneren, dass eben genau diese Wolken sich irgendwann – ja irgendwann – verziehen. Und warum ist das so? Weil vermutlich jeder – wie ich als heute glückliche Kinderlose Ex-Kinderwunschlerin – so viele dunkle Wolken gesehen und erlitten hat, dass einem klar ist, dass nun die Wölkchen aber auch die ab und zu vorbeigepusteten dunklen Wolken am Himmel sicher dem Sonnenschein weichen werden. Ich glaube, wer den Kinderwunsch-Weg mit seinem oftmals stillen Leid überstanden hat, der hat eine fundamentale und existentielle Lebenskrise überwunden. Es ist ‚nur’ eine Frage der Zeit.

 

Wie aber kann man dahin kommen? Wie schafft man es, den Glauben an eine gute Zukunft zu halten, wenn man selbst schon und noch lange Zeit unter der dusteren Wolkendecke steckt(e)?
Machen wir uns doch nichts vor: Es ist kein leichter Weg. Auch wenn uns immer wieder – gerne ungefragt – Ratschläge ereilen. Mein Favorit ist immer noch einer der banalsten Empfehlungen:  „es wäre ja nur so, weil wir uns nicht entspannen und nun ja wirklich zu viel arbeiten würden!“. Nein, es ist wirklich kein leichter Weg… er dauert Jahre, er tut verdammt weh und manches Mal scheint es, als würde er nie zu Ende gehen. Und in meinem Fall war es dann am Schlimmsten, wenn ich in der Schleife hing, dass auf die Hoffnung, dass es in diesem Zyklus doch ganz bestimmt endlich geklappt haben müsste, die Trauer – diese unfassbar tiefe Trauer und Verzweiflung – einsetzt.  Besonders schlimm war es dann, wenn es kein Spontanzyklus sondern ein ICSI-Zyklus war. Dann hatte ich das Gefühl, doch besonders viel für den Erfolg getan zu haben. Das niederschmetternde Ergebnis „nicht schwanger“ war dann besonders dunkel für mich und meine Seele. Im wahrsten Sinne des Wortes war es für mich so, dass diese Trauer für mich sogar eine Farbe hatte… die der Seele zermetternden Enttäuschung und die des Blutes… irgendwas changierendem blutrot und tiefstem, dunklen, alles überlagernde schwarz. Für Helligkeit und Licht und Lebensfreude – für mich gelb, grün, taubenblau und pink – war dann kein Platz. Diese Farben sah’ ich nicht mehr; zu schwer war das rot und schwarz.


Aber darüber wollte ich nicht schreiben. Die wunderbare Isa hat gesagt, sie wolle einen kraftvollen Artikel
J Und Recht hat sie! Wie wird aus einer schwarzen Welt also wieder eine Welt in Frühlingsfarben? Davon will ich erzählen. Also los.

 

Also… wenn man irgendwann in diesem Sumpf des Kinderwunsches so tief steckt, dass man kaum noch Kraft hat, sich einem weiteren Niederschlag auszusetzen, dann kommt irgendwann der Moment, an dem man sich fragt, was eigentlich schlimmer ist: Weiter zu machen und die nächste Keule zu verdauen… und dann die Nächste… oder die Sehnsucht aufzugeben – nicht, weil sie nicht mehr wichtig wäre. Ich denke, irgendwann kommt der reine Selbstschutz: Mehr Leid und verloren gehen – oder aufgeben. Blöd ist dabei für mich die Frage gewesen, ob ich das vor mir selbst rechtfertigen kann. Ich bin mit dem Satz aufgewachsen „wenn Du Dich nur genug anstrengst, dann kannst Du alles schaffen“. Ein schöner Glaubenssatz, der mich weit gebracht hat. Aber.. ja aber… beim Kinderwunsch hat er mir so gar nicht geholfen. Denn hier konnte ich mich anstrengen, wie ich wollte… und es änderte gar nichts. Mal für Mal… nichts änderte sich.

Also habe ich angefangen mich zu fragen, ob ich denn nun genug getan hätte, so dass ich mir später keine Vorwürfe würde machen müssen. Und nach Jahren und ungezählten (reproduktionsmedizinischen) Maßnahmen zur Optimierung der Fertilität konnte ich eines sicher sagen: Ja, ich habe definitiv genug getan! Klingt leicht; war aber tatsächlich auch schon ein innerer Kampf, der lange währte. Und dann hat der Partner ja auch noch eine Meinung. In meinem Fall: meine Meinung war auch seine. Gott sei Dank. Da war dann bald ein Haken dran, wie man so schön sagt. Nur, das ist nur der Anfang des Weges in ein glückliches kinderloses – und kinderfreies – Leben.

 

Franziska-Ferber
Fotografie Lisa-Marie Schmidt

Bitte, wo geht’s zum glücklichen, kinderlosen Leben?
Hier standen wir nun also auf dem Steinstrand… und vom Sandstrand war noch nichts zu sehen. Aber immerhin wurde es mit der Entscheidung, dass wir nun aufgeben und ein neues Leben entwerfen, vieles leichter… im wahrsten Sinn war es eine Erleichtung. Ich habe aufgeatmet – ich habe beschlossen, dass ich wichtiger bin als die Sehnsucht. Weil ich ja schon da bin – und das Kind nicht.

 

Aber der Weg war noch weit. Wenn wir ein Leben außerhalb der gesellschaftlichen Erwartungshaltung „heiraten – Haus bauen – Baum pflanzen – schwanger werden“ (oder auch in anderer Reihenfolge) nicht entsprechen, leben wir ein Leben außerhalb der gesellschaftlichen Norm. Für Viele, die uns begleiten, ist das nicht einfach – auch sie sind quasi Betroffene; aber angesichts der eigenen Qualen hält sich mein Mitleid doch etwas in Grenzen.

Wer beginnt, den Kinderwunsch zu verabschieden, muss sein Leben selbst entwerfen. Oder soll ich besser sagen: Darf sein Leben selbst entwerfen? Aus dem „muss“ wird nämlich irgendwann ein „darf“ – so viel ist sicher. Während Andere die Geburt ihres Kindes als legitimen Grund nehmen, um aus dem (un)geliebten Job auszuscheren (und ich will damit nicht sagen, dass deshalb jemand schwanger wird!), müssen wir selbst die Verantwortung für diese Entscheidung übernehmen, den Job zu wechseln. Wenn Andere ein Kind bekommen und ein Haus bauen, weil das bisherige Zuhause schlicht zu klein geworden ist, dann ergibt sich das aus der Biographie. Und bei uns ungewollt Kinderlosen, die loslassen… die ihr neues Leben selbst entwerfen müssen und dürfen? Sie dürfen es sich „anlasslos“ selbst überlegen und auch erlauben. Sie dürfen sich selbst fragen, was sie wollen.

 

Wenn man schon außerhalb der Norm lebt und das erst einmal verinnerlicht hat, dann ist es gar nicht mehr so schwer, seinen Weg zu gehen. Weil er sowieso anders ist als der von anderen Menschen.
Neulich sagte eine Kundin zu mir, es habe lange gedauert bis sie an den Punkt gekommen wäre, dass sie sähe, sie könne durchaus ein Haus haben – auch ohne „Grund“; auch ohne Kind. Einfach nur, weil sie gerne eines hätte… mit Garten und Blumen und einer Terrasse, wo sie und ihr Mann und ihre Freunde an einem dieser wunderbaren, lauen Sommerabende grillen können. Wie Recht sie hat. Sie sucht nun ihr Traumhaus – und kann das nehmen, das ihr gefällt und ihren  Bedürfnissen entspricht. Sie will sogar so weit zu gehen, dass die vorgesehenen Kinderzimmer, die Makler ja so gerne anpreisen, direkt auf ihre Hobbies zugeschnitten werden. Und sie sagte, wenn sie einen guten Tag bei einer Besichtung haben würde, würde sie ihm das auch gleich „frei Schnauze“ mitteilen – und sich nicht darum scheren, wie Herr oder Frau Makler damit umgehen. Sie beginnt zu ihrem kinderlosen Leben zu stehen… und zu der neu gewonnen Freiheit, die sie nach dem Loslassen vom Kinderwunsch für sich und ihr Leben gewonnen hat. Das finde ich toll!

 

Jawoll, unsere Wegweiser basteln wir uns selbst!
Ja, genau: Wer kinderlos ist, darf sich sein Leben selbst basteln. So wie es einem gefällt. Wir dürfen wieder Puzzeln… aus den Dingen und Bereichen, die unser Leben ausmacht und ausmachen sollen, dürfen wir unser eigenes Bild entwerfen und Stück für Stück beginnen, es auch konkret zu legen. Denn es gibt dann keine Vorgaben mehr. Einzig und alleine das, was einem selbst und dem Partner wichtig ist, spielt dann eine Rolle. Was andere denken und meinen ist für die Meisten, die den langen und harten Weg des Kinderwunsches gegangen sind, dann oftmals eh’ kein Kriterium mehr… So wird aus ‚kinderlos’ irgendwann ‚kinderfrei’… für mich eine sehr heilsame Erkenntnis!
Was ist also einer der für mich wichtigsten Lernprozesse auf dem Weg zum sonnigen Sandstrand des Lebens? Es ist, neben anderen Punkten, vor Allem die Akzeptanz und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Leben mit all’ seinen Entscheidungen zu übernehmen. Weil Widerstand dagegen nur Leid verursacht. Und davon hatte man zu diesem Zeitpunkt schon genug. Und weil Erfolg bedeutet, das man bekommt, was man will. Glück aber bedeutet, dass man zu schätzen weiss, was man hat. Und glücklich zu sein, ist doch das eigentliche Ziel. Oder?!

***

Franziska Ferber ist selbst #CNBC und hat den Kinderwunsch selbst am eigenen Leib erlebt… und überlebt 🙂
Und weil auch sie findet, dass viel zu wenig über das Thema gesprochen wird, hat sie ein Buch geschrieben, dass am 13.06. erscheint und heute schon vorbestellbar ist: UNSERE GLÜCKSZAHL IST DIE ZWEI. Darin erzählt sie ihre Geschichte vom Kinderwunsch in ein glückliches, kinderloses Leben.

Und weil sie damals keine Hilfe bekommen konnte, die zu ihr gepasst hätte, bietet sie heute diese als Kinderwunsch Coach – im Büro in München aber auch via Telefon, Skype und E-Mail – im gesamten deutschsprachigen Raum an. Mehr dazu auf ihrer Website

7 Gedanken zu „Wo geht`s denn hier in ein glückliches kinderloses Leben?

  1. Ehrlich gesagt musste ich mir bei diesem Gastartikel nicht nur einmal die Augen reiben.
    Was für haarsträubende und altbackene Ansichten.
    Kinderlose Paare leben nicht außerhalb der Norm.
    Ich finde es harrsträubend kinderlosen Paaren eine solche Sichtweise nahe legen zu wollen.
    Es gibt so viele verschiedene Lebensformen und bunte Lebenswege.
    Und nur weil ein Weg nicht klappt, bedeutet das noch lange nicht, dass man nicht einen anderen Weg gehen kann, um Familie zu leben.
    Jeder Lebendweg ist anders und individuell und ich denke, jeder Mensch muss viel dafür tun, um seinen eigenen Weg zu finden. Kinderlose Paare vielleicht besonders, es hilft nur wenig, wenn man sie mit seltsamen Denkansätzen ausgrenzt und „anders“ macht.

    „Wer beginnt, den Kinderwunsch zu verabschieden, darf sein Leben selbst entwerfen.“
    Ich habe selbst 2 Kinder und bestimme mein und unser Leben tatsächlich auch selbst.
    Frau Ferber scheint hier eine sehr altertümliche Vorstellung vom Familienleben zu haben.

    Kinderlos wird irgendwann zu kinderfrei?
    Hoffentlich wird dies nie die Norm von kinderlosen Paaren!
    Ich kenne einige Paare, die selbst kinderlos geblieben sind und sich trotzdem die Liebe und Sehnsucht nach Kindern bewahren konnten. Es gibt viele Wege, um eigene Wünsche und Träume zu leben und das Verabschieden kann, aber muss nicht der richtige Weg sein.

    „Wer kinderlos ist, darf sich sein Leben selbst basteln. So wie es einem gefällt. “
    Sorry, aber das erinnert mich doch spontan an Pippi Langstrumpf und mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.

    Tja, unterm Strich scheint das Buch von Frau Ferber nichts für mich zu sein.
    Aber nicht schlimm: Ich finde auch so den Weg zum sonnigen Sandstrand meines Lebens.

    1. Ich finde mich im Beitrag von Franziska 1:1 wieder – warum? Weil ich den gleichen Weg gegangen bin, am gleichen steinigen Strand gestanden habe.

      Und es IST heutzutage immer noch nicht NORMal, außerhalb der Norm, als Kinderwunschfrau den Weg zu beenden und ohne Kind das Glück zu suchen und zu finden.

      Vielen Dank für diesen starken Artikel.

    2. Ich finde den Artikel ebenfalls sehr gelungen, wenn er auch aus der Perspektive einer Mutter nach sehr viel falscher Fröhlichkeit und Trotzreaktion klingen mag. Aber ich würde mich nicht wundern, wenn ein paar von den Frauen (oder Männern) der genannten Paare, die sich die „Sehnsucht nach Kindern bewahrt“ haben sollen, nachts nichts schlafen können weil sie nach Besuchen bei Paaren mit Kindern fast daran zugrunde gehen, an deren Erfahrungen nur stark eingeschränkt teilhaben zu können. Ich finde es völlig in Ordnung, zu sagen, dass ein Leben ohne Kinder auch Vorteile haben kann, die man mit Kindern nur erschwert erreichen kann. Und wenn man es mit Kindern genauso schafft, keine Verabredung wegen der Kinder zu streichen und den Urlaub ins Luxusresort trotzdem zu machen, dann: Hut ab!

  2. Vielen Dank für diesen tollen Gastbeitrag! So ermutigend…
    Das Buch werde ich mir bestellen – bin schon gespannt!
    Herzlich,
    Elaine

  3. Liebe Franziska, vielen Dank für Deine Gedanken, die Du mit diesem Artikel mit uns teilst. Toll, dass Du auch ein Buch darüber geschrieben hast. Und liebe Isa, danke sehr, dass Du immer noch so bemüht bist, uns hier Anlaufstelle zu sein, auch wenn Du manchmal so wenig dafür zurück bekommst, weil viele mehr lesen als schreiben. Alles Liebe für Euch, Momo

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