Über uns

geschrieben von Isa

twinlili  / pixelio.de

Wir sind keine Mütter – wir sind Herzensmütter,
wir sind Amazonen vom Stamm der Kinderlosen.

Wir sind lange Jahre durch die Ebenen des Kinderwunschlandes geritten.
Unsere Routen durch dieses Land waren nie dieselben und doch sind wir sie nie alleine gegangen. Wir haben Gebirgszüge durchquert, Schlachten gekämpft, haben Verluste erlitten und sind wieder aufgestanden. Wir haben mehrmals unseren Frieden gemacht und waren bereit, die Pferde zu wenden und nach Hause zu reiten. Und dann kam es wieder anders……und sollte doch nicht sein. Es war eine Reise voller Umwege, Abenteuer ohne Netz und doppelten Boden. Das Leben und der Tod – wir haben beiden in die Augen geschaut. Wir tragen die verlorenen Kinder der jeweils anderen mit im Herzen, gestorben noch bevor sie geboren wurden – und sie werden für immer unvergessen bleiben.
Auf den Flügeln von Engeln.

Wir haben in die Feuer von Mordor geschaut und tragen den Brandgeruch noch in den Haaren. Wir sind tief gefallen und hoch geflogen. Haben Pausen an Lagerfeuern gemacht und uns ausgeruht, die Satteltaschen neu gepackt und sind weiter gezogen; in die nächsten Kämpfe. Wir haben gelacht und geheult, nächtelang telefoniert, uns mal gestritten und wieder vertragen, haben uns erste Hilfe geleistet und miteinander geschwiegen.

Nun – wir sind zurück gekehrt von den Feuern Mordors.
Und den Ring Mordors, der für all das Bemühen um ein Kind stehen soll, den haben wir hineingeworfen. Der Ring symbolisiert für uns nicht den Wunsch nach einem Kind – könnte er denn auch je wirklich vergehen? – sondern den Machbarkeitswahn, die Phantasie, sich nur lange genug bemühen zu müssen, dann werde das schon werden. Er steht für die Mühlen der ART und die etwas hübscher verpackten, naturheilkundlichen Versprechungen.
Für jeden Ratschlag, sich doch einfach mal zu entspannen, mal in den Urlaub zu fahren, Kopfstand zu machen, den Mond an zu heulen, um eine gestaltete Mitte herum unseren Kinderwunsch zu tanzen,
noch mehr an sich zu arbeiten, sein inneres Kind zu channeln, Hühnerfüße zu essen oder nach Eizellspenden in Barcelona oder Leihmüttern in den USA zu googlen. Oder eben „doch einfach“ ein Pflegekind auf zu nehmen. Jeden Kommentar hierzu sparen wir uns an dieser Stelle. Ich glaube, wir wissen alle, was man sich im Laufe der Jahre so anhört. Der Ring steht für das von Außen vermittelte Bild, da wo alles machbar sei, da sei auch alles sinnvoll und berechtigt. Kein Weg zu weit, kein Risiko zu hoch, keine Grenzen vorhanden.

Hoffen wir, dass ihn kein Gollum auf dem Weg hinunter noch abgefangen hat. Nie wieder wollen wir ihn flüstern hören, denn nie wieder wollen wir dorthin zurück kehren, zu den Feuern Mordors – was auch immer jetzt kommen wird.

Die Pferde zu wenden und nach Hause zu reiten, das ist eine Entscheidung, die sich manchmal entwickelt und die manchmal aktiv getroffen wird, mit dem Kopf gegen das Herz, in dem die Sehnsucht nach den eigenen Kindern immer wohnen wird. In jedem Fall ist es immer eine  Entscheidung, die sich keine je leicht gemacht hätte.

Und nein, wir können es am Ende trotz allem nicht bereuen. Auch wenn der Weg mit leeren Armen endet. Nichts von dem, was in den letzten Jahren alles geschah – bittersweet – jede einzelne Erfahrung. Unser Weg war unser Weg war unser Weg. Und wir sind im Reinen damit, so, wie wir ihn gegangen sind und wir haben das Bestmögliche draus gemacht. Jede für sich.

Wir sind keine Mütter – wir sind Herzensmütter,
wir sind Amazonen vom Stamm der Kinderlosen

bereit für das nächste große Abenteuer: mit aller größter Wahrscheinlichkeit auch kinderlos zu bleiben, in einem Land, in dem ein “Nein” auf die berüchtigte K-Frage immer noch keine von der Gesellschaft akzeptierte Antwort ist. Bist Du ab Mitte 30 und kinderlos, dann gibt es ja für die Gesellschaft nur zwei Möglichkeiten: entweder Du kannst nicht oder Du willst nicht. Das ist viel zu kurz gegriffen.
Und beides stellt Dich per se unter Generalverdacht. Und alles dazwischen, die Geschichten dahinter, für die interessiert sich kaum jemand. Und seien wir ehrlich – meistens waren und sind wir auch nicht besonders scharf darauf, sie anderen mit zu teilen. Denn Du könntest Dir während der Antwort auch gleichzeitig mit einem Hammer auf den Kopf schlagen. Die Blicke Deines Gegenübers könnten oft nicht befremdlicher oder mitleidiger sein.

Kinderlos zu sein in einem gesellschaftlichen Umfeld, welches aktuell fast schon eine neue Verklärung von Elternschaft erlebt, und in dem die Werbung uns nicht nur alljährlich zur Weihnachtszeit mit Slogans wie “Was wäre Weihnachten ohne Kinder” das glöckliche Bild der Rama-Familie in´s Haus twittert, ist definitiv ein Abenteuer. Unsere Schwestern, die sich bewusst gegen Kinder entschieden, machten sich von Anfang an angreifbar.
Erklärst Du eines Tages Deinen Rücktritt als aktive Kinderwunschfrau, dann mach auch Du Dich auf etwas gefasst. So leicht lässt man Dich aus der Nummer vermutlich nicht raus. Und so leicht machst Du es Dir selber auch nicht. Schließlich ist da ja noch Dein Wunsch, der nicht einfach verschwindet, nur weil er sich nicht erfüllt hat.
Und gilt es doch: zu hoffen gegen jede Vernunft und um jeden Preis. Wird doch in den einschlägigen Communities rund ums Thema Kinderwunsch pomponschwingend jeder neue Versuch angefeuert.
Die Unterstützung ist groß und das Verständnis füreinander ebenfalls. Und es reicht meist genau so lange, wie keine es wagt, an ein Leben ohne Kind auch nur zu denken.
Machst Du aber eines Tages ernst, egal welche Gründe Dich dahin geführt haben – und die sind in der Regel höchst individuell – so wirst Du zum schlimmsten Albtraum all jener, die es noch (weiter) versuchen. Du verkörperst plötzlich das, was kaum eine vorher glauben mag. Nämlich die Tatsache, dass zwischen 30-50% aller Kinderwunschpaare (Quellen variieren hier in den Angaben) auch nach Maßnahmen künstlicher Befruchtungen kinderlos bleiben. Und dass auch TCM, Homöopathie und Fruchtbarkeitsmassagen nicht jedem Paar zur ersehnten, ausgetragenen Schwangerschaft verhelfen. Ja – manchmal ist es tatsächlich nie. Nie ein Kind haben. Niemals Eltern werden.

Egal welche Gründe auch immer dazu geführt haben, dass Du sagst: „genug ist genug“ – es braucht eine ganze Menge Mut und Stärke, die Hoffnung auf und die Bemühungen um ein Kind los zu lassen.
Der alte, neue Duft von Apfelkuchen, der durch die Feuilletons und Talkshows und Hochglanzmagazine weht, trägt vermutlich ebenfalls nicht dazu bei, Dich in Deiner Entscheidung bestärkt zu fühlen. Und was Dich während der Kinderwunschzeit schon genervt hat, wird jetzt zur riesen Herausforderung: das Bild, was andere über Dich als kinderlose Frau haben. Es gibt wenig positive Rollenvorbilder und die Attribute mit denen Kinderlose belegt werden, sind in der Mehrzahl eher wenig schmeichelhaft. Elternschaft scheint dabei offenbar wie eine Art Ablasshandel zu funktionieren, während Du kinderlos gefälligst nun Deinen Beitrag zur Gesellschaft auf andere Art zu leisten hast. Aber glaube nicht, dass Du damit über jeden Verdacht erhaben bist. Denn alles was du tust, steht unter dem Verdacht der reinen Kompensation. Alles ist geeignet, als Ersatz interpretiert zu werden. Deine Tiere – Kinderersatz. Dein Engagement für Umweltprojekte – Kinderersatz. Dein ehrenamtliches Engagement zur Hausaufgabenhilfe…..na klar, Du hast ja keine eigenen Kinder…….
Falls Du nicht sowieso schmallippig und zu frustriert zu jedwedem Engagement auf einer Parkbank sitzt und Tauben fütterst. Spätestens im Alter dann – denn dann wirst Du vor Einsamkeit vergehen.

Halt.Stop.
Nein, das haben wir nicht vor.
Die Nummer mit der Parkbank jedenfalls nicht.
Wir tragen vielleicht noch den Brandgeruch in den Haaren, aber wir haben unsere Sonnenbrillen hinein gesteckt – und ja, die dürfen auch gerne von Chanel sein. Wir laufen unfallfrei auf unseren Heels und lieben Fashion. Tragen bei Bedarf auch gerne mal Gummistiefel und krempeln die Ärmel hoch. Scheiße zu schaufeln haben wir perfektioniert. Und zwar mit Grandezza.
Wir passen in keine der Schubladen, die andere über Kinderlose haben.

Die Fähigkeit Scheiße zu schaufeln ist übrigens eine hervorragende Grundvoraussetzung, um in der Phase des Trauerns und auch der Neuorientierung nicht nur zu überleben, sondern zu wachsen.
Erfinde Dich selbst neu. Und zur Not werde Dein eigenes Rollenvorbild. Flucht ist keine Option. Trauer ist unumgänglich, aber Leiden ist optional. Du musst Dich damit auseinander setzen – ob Du willst oder nicht. Und zwar so lange, bist Du nicht drauf scheißt – sondern drauf tanzt. Suche nicht nach einem Ersatz für Dein Leben mit Kindern – den wird es eh nicht geben. Also lass gar nicht erst zu, dass Dein Leben ein Plan B wird. Suche nach Deinem Plan G wie Glück.

Das ist unsere Devise. Und das wird unsere Reise – auf dem Weg zu neuen Ufern. Ein neues Abenteuer. Und es wird ganz sicher kein Kindergeburtstag werden (ha ha – was für ein Wortwitz 😉 )

Aber wer die Herausforderung annimmt, hat auch die Chance, weit über sich hinaus zu wachsen und sich das Leben so zu gestalten, dass es am Ende kein müder Plan B ist. Auch wenn es ganz anders kam, als mal erträumt. Davon sind wir fest überzeugt.

Wir sind Belle und Isa.
Wir sind keine Mütter – wir sind Herzensmütter,
wir sind Amazonen vom Stamm der Kinderlosen.

Nachträge:

Im Februar 2015 haben wir unser Blog renoviert 🙂

Warum ?

Zukunft des Blogs

Warum der Name Wonderland ?

Wonderland

– bei Google +

 

24 Gedanken zu „Über uns

  1. Ihr lieben Herzensmamis,

    euren blog hätte ich vor Jahren schon finden müssen, er hätte mir sicher viele Tränen erspart oder ich hätte sie zumindest teilen können.
    Jetzt gerade halte ich meinen viermonatigen Sohn im Arm. Mein Wunder. Wieso auch immer es doch so gekommen ist nach vielen vielen hoffnungslosen Jahren.
    Ich finde euch wahnsinnig stark und bewundere euren Mut und Offenheit.

  2. Liebe Frau DINKS,

    zuallererst einmal mein aufrichtiges Beileid und mein tiefes Mitgefühl zum Verlust Deines Engels.

    ******

    Vielen lieben Dank für Deinen langen Kommentar – und dann noch entgegen alle Gewohnheiten 😉
    Es berührt mich immer wieder, mitzuerleben, dass wir mit unseren Postings auch zu einem Teil des Lebens anderer werden und dass wir tatsächlich Kraft und Zuversicht schenken können, in schwierigen und traurigen Zeiten.

    Ich bin überhaupt nicht für irgendwelche Schubladen und irgendwo hab ich glaube ich mal geschrieben, es gibt für mich auch keinen Schmerzschwanzlängenvergleich.
    Wer "da draussen" meint, zur Kinderwunsch-Community gehöre nur derjenige, der auch den medizinischen Weg geht, der hat für mich was ziemlich Entscheidendes nicht begriffen. Mich wundert die Einstellung aber nicht, denn sie korrespondiert 1:1 mit dem Leistungs- und Belohnungsprinzip und dem damit verbundenen Irrglauben, Mutter eines lebenden Kindes würde am Ende die, die ALLES (WTF soll eigentlich alles sein? Wer definiert das denn bitte für alle ?) dafür tue und niemals aufgebe.

    Mich hat das nie interessiert, wer welchen Weg geht. Hauptsache er geht seinen eigenen ! (Belle zum Beispiel hat auch nie irgendwelche schulmedizinischen Behandlungen gemacht. Ich kann mich nicht erinnern, dass das für uns untereindander je eine Rolle spielte…).
    Belle und ich sind beide Mütter von 3 Sternenkindern. Sind wir kinderlos ? Auch wir verneinen die Frage für uns.
    Im öffentlichen Blick sind wir es jedoch.
    Auf oberflächliche Status-Abgleich-Fragen verneine ich selbst die Frage nach Kindern bis heute.

    Fakt ist zumindest: wir leben jeweils ein Leben ohne ein lebendes Kind.
    Dennoch spielen Kinder in unserem Leben eine Rolle. Auf unterschiedliche Art und Weise.

    Ich kenne so viele verschiedene Geschichten zum Kinderwunsch. Jede ist indivduell – es eint sie am Ende der unerfüllte Kinderwunsch.
    Irgendwo habe ich mal geschrieben: dauerhafte Kinderlosigkeit ist am Ende – insofern sie ungewollt ist – immer multifaktoriell und Ergebnis der jeweiligen Biographie.

    Es gibt ja nicht nur die Kinderwünschenden mit und ohne medizinische Behandlungen. Auch hier differenziert die englische Sprache wieder viel genauer als die Deutsche: childless by circumstances: (weil der Partner fehlt(e), weil jemand aus finanziellen Gründen, aus beruflichen Gründen, aus familiären Gründen oder dem Partner zu liebe oder oder oder … umständehalber ungewollt kinderlos ist. Ich glaube Jodi Day, Gründerin der britischen cnbc-Plattform: "gateway women" hat neulich bis zu 50 verschiedene Gründe für ungewollte Kinderlosigkeit jenseits medizinscher Fakten aufgelistet)….

    1. All diese Lebensrealtäten werden noch viel seltener mitgedacht. Innerhalb der Minderheit "Kinderloser" wird nämlich auch munter ausgegrenzt. Im Zentrum der insgesamt sowieso schon geringen Aufmerksamkeit steht das weisse, verheiratete Hetero-Paar in Behandlung.

      Die zweite Unterscheidung, die bzgl. Kinderlosigkeit allgemein gerne getroffen wird ist: ungewollt oder gewollt kinderlos. Gerade ungewollt Kinderlose betonen oft ausdrücklich den Aspekt des ungewollten, wenn es um Ausgrenzung/Diskriminierung von Kinderlosen geht. "Sondersteuer für Kinderlose? Aber ich bin doch ungewollt kinderlos." (Soll heissen: bestraft halt die gewollt Kinderlosen ?)

      Außerdem gibt es da noch die fließenden Grenzen zwischen gewollter und ungewollter Kinderlosigkeit.

      Ich gebe Dir absolut Recht: es gibt viele, viele Zwischenwelten und jeder sollte über seinen eigenen Tellerrand gucken und andere Lebensrealitäten mit denken.
      Was der heutigen Zeit oft fehlt ist die Empathiefähigkeit m.E.

      Nicht blind und stumpf zu werden für die Geschichten, die Trauer aber auch die Freude ! der anderen.
      Das wünsche ich mir für uns alle.

      Dein Kommentar war weder zusammenhanglos noch verworren 🙂
      Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Du Dich heute hier gemeldet hast und uns hast wissen lassen, dass Du uns gerne folgst.

      Ich freue mich jedenfalls sehr darüber, dass Du uns begleitest. Egal wie Dein eigener Weg verlaufen ist, aktuell verläuft und wo er Dich noch hinführen mag.

      Thanks for sharing your ride
      und Danke für Dein Vertrauen.

      Alles Liebe,
      Isa

  3. So stöbere ich durch die Kunderwunschblogs der Republik und stelle fest, dass ich wohl trotzdem nicht dazugehöre; zur Kinderwunsch-Gemeinde. Weder zu denen, die in aktiver medizinischer Behandlung sind, noch zu den CNBC. Ich habe das Gefühl – und lese das auch ab und an – für die einen zählt nur dazu, wer den ganzen medizinischen Kram mindestens einmal mitgemacht hat. Ansonsten könne man gar nicht nachvollziehen, was man dabei durchmacht…
    Kann ich vielleicht wirklich nicht aber meine empathischen Fähigkeiten sind doch weit genug entwickelt, dass ich mir durchaus zutraue, mich in so eine Lage hineinversetzen zu können.
    Da die Linie im Sand noch nicht gezogen, passe ich aber auch nicht zu den anderen. [Das zeigt vermeindlich auch mein Alias.] Ich reise also irgendwo im Nirgendwo.

    Was also tun? Weiterhin allein durch die Kinderwunschwelten meandern, mich ausgeschlossen, mit meinem Schicksal allein gelassen fühlen?

    Ich bin ein totaaaaal rationaler Mensch und noch vor ein paar Monaten hätte ich gesagt: „So ist es, also schlägst du dich allein durch.“ Aber jetzt bin ich anders – verwandelt – verbessert(?). Und die Antwort auf die gestellte Frage lautet NEIN.

    Ich nehme mir einfach aus beiden (Blog)Welten das, was mir weiterhilft. Und momentan sind das vor allem deine Beiträge. Sie geben mir Energie, erweitern meinen Denkhorizont und irgendwie geben sie mir das Gefühl von innerer Gelassenheit. Ich kann gar nicht sagen warum, aber so isses nun mal.

    Bevor ich die Kommentarfunktion sprenge, höre ich nun lieber auf zu schreiben. Und wenn das alles zu verworren und zusammenhangslos war, dann ignoriere es einfach.

    Kurz zusammengefasst wollte ich nur ausdrücken:
    Es gibt viele Zwischenwelten und ich würde mir wünschen, dass nicht jeder sein Schicksal als DAS SCHICKSAL betrachtet. Die Probleme anderer scheinen vielleicht weniger schwerwiegend zu sein, aber das ist nur der Schein. Die Belastung ist für alle gleich, weil es eben die persönliche Belastung ist.

    Du, liebe Isa, trägst mit deinen Zeilen stets dazu bei, dass ich den Sorgen entgegentrete und besser mit dem Thema umzugehen lerne. Und das, obwohl ich nicht zu deiner Zielgruppe gehöre.

    Gerade deshalb: ganz ganz lieben Dank dafür! Und auch wenn du mich nicht kennst, nötige ich dir jetzt eine Umarmung auf.

    *bighug* Und vielleicht auf bald.

  4. Liebe Isa,
    wir kennen uns zwar nicht [das heißt, ich kenne dich schon, denn seit ein paar Wochen lese ich euren Blog], und ganz gegen meine natürlichen Gewohnheiten schreibe ich dir trotzdem. Denn so viel vorab, deine Posts geben mir unheimlich viel. Weitsicht. Einsicht. Mut.

    Da ich ein seeeeehr strukturierter Mensch bin, habe ich (natürlich) angefangen mich chronologisch von hinten nach vorn durchzuarbeiten. Denn in meinem kleinen zwanghaften Universum muss das so sein. *grins*
    Nun bin ich beim aktuellen Post angekommen, sozusagen auf dem Laufenden und lechze nach neuen Ergüssen von dir. So ist es dann auch an der Zeit, aus dem Schatten heraus- und mit dir in Kontakt zu treten.

    Zwar teile ich (noch?) nicht das gleiche Schicksal wie du oder die vielen anderen CNBC, dafür habe ich mit einem anderen Schicksal, meinem Schicksal, zu kämpfen. Du wirst dir sicher denken: „Was will die dann hier? [Zumindest denke ich, dass du das denken könntest.] Puh, etwas verworren, ich weiß, aber mal zu des Pudels Kern.

    Du schreibst über das Thema Kinderwunsch – passt – Haken dran.
    Du schreibst über das Thema Abschied nehmen – passt – auch Haken dran.

    Die Rahmenbedingungen sind also nach meiner Interpretation gleich, nur der Sachverhalt ist ein anderer. Zum besseren Verständnis ein kurzer Abriss meines Kinderwunschlebenslaufs.

    März 2013: 1. (natürliche) Schwangerschaft +++ Eileitereinnistung +++ nicht bemerkt +++ Not-OP +++ überlebt +++ ein Eileiter teilweise entfernt

    September 2013: 2. (natürliche) Schwangerschaft +++ nach nicht ungewöhnlichen Startschwierigkeiten ab 4. Monat alles paletti

    März 2014: stille Geburt meiner kleinen Tochter, die aus unerklärlichen Gründen von einem Tag auf den anderen im 8. Schwangerschaftsmonat aufgehört hat zu leben

    Seitdem: Trauerbewältigung +++ erfolglose Versuche einer erneuten (natürlichen) Schwangerschaft seit mehr als einem Jahr

    Ja, auch ich bin ungewollt kinderlos. Nicht im eigentlichen Wortsinn, weil ein Kind habe ich ja (quasi), auch wenn das die Gesellschaft im Allgemeinen anders sieht (das ist ein separates Thema). Aber ich bin eben doch kinderlos.

    Und nein, ich kann weder von einer ersten, zweiten, dritten… ICSI oder IVF berichten. [Ich versuche mich gerade mit viel Bauchgrummeln mit dem Gedanken an eine IUI anzufreunden und schon das stresst mich. Lächerlich, oder?]

  5. danke für diesen Tollen Text
    Es tut immer gut zu lesen nicht alleine zu sein
    Bin noch mittendrin…..
    und weiss noch nicht in welche Richtung mein Weg geht

  6. Liebe Kristina,

    "…von einer, die sich durch so manches Feuer gekämpft hat und heute, vielleicht Amazonen-like, in jedem Menschen das Kind sehen kann. Denn das sind wir…"
    Du triffst es auf den Punkt und ich danke dir sehr für Deine schönen Worte.
    Und ja, obwohl ohne Kind, so hat mich doch der ganze lange Weg (zurück)geführt zu Fähigkeiten, die Kinder so spielend 😉 leben….im jetzt zu sein, immer. Weinen, wenn ich traurig bin, lachen wenn ich mich freue, sauer zu sein, wenn ich mich geärgert habe.
    Vielleicht ist es wie mit so mancher Reise..sie endet dort, wo sie auch begonnen hat, wir kehren bepackt mit Schätzen, Bildern und Eindrücken an den Ausgangsort zurück und kommen wieder zu dem/dorthin, was ich gern die Quelle nenne.
    Und wie schön ist es, wenn eine mitreist, egal wie lange und mit welchem Gepäck..
    thanks for sharing the ride <3

    xoxo, Belle

  7. Liebe Isa, liebe Belle,

    Eure Art zu schreiben ist es, die mich zu meinem Post bewegt. Witzig, spritzig, mal oberflächlich scheinend, den Leser in die Tiefe (eines Themas) ziehend, blumig, manchmal wie ein Kaktus, bildhaft. Es macht Spaß, Euch zu lesen, denn auch ich liebe es, den Dingen auf den Grund zu gehen und auf den, manchmal schmerzenden, Zahn zu fühlen. Nicht alle Inhalte oder Ansätze mag ich teilen oder mitverfolgen, doch das ist sicher auch gar nicht Euer Anspruch. Viele Inhalte, Ansätze jedoch treffen sich mit meiner Sicht der Welt, der Dinge. Und bei aller Selbstliebe und vermeintlichen Unabhängigkeit, ist es einfach hin und wieder schön, wohltuend, sich von Gleichgesinnten begleitet zu wissen. Danke für Euch und Euer Schaffen, auch das ist in meiner Welt DIY 😉

    So winke ich Euch von hier, unberingt, sende Euch Grüße, von einer, die keine eigenen Kinder hat, nicht weiß, ob sie welche bekommen kann oder will. Von einer, die sich durch so manches Feuer gekämpft hat und heute, vielleicht Amazonen-like, in jedem Menschen das Kind sehen kann. Denn das sind wir, bleiben wir, zeit unseres Lebens. Zu welcher Reife wir gelangen und wodurch, entscheidet jede/r für sich.
    Möge die Freude mit uns sein.
    Kristina

  8. Liebe Belle, liebe Isa,
    Ich gehöre nicht hier her, denn ich bin Mutter und Herzensmutter. Aber ich möchte Euch trotzdem schreiben und danken für Eure Worte die mich zu Tränen gerührt und zum Nachdenken gebracht haben. Ja, man ist so schnell mit seinen Gedanken und Fragen bezüglich (eigenen) Kindern und keinen Kindern….
    Ich achte auf meine Worte, aber ich werde noch mehr acht geben auf meine Gedanken.
    Ich wünsche Euch allen alles alles Liebe

  9. Ganz toll geschrieben! Danke dafür! Ich muss mich anschließen und gestehen das ich den Text schon das ein oder andere mal gelesen habe.
    Wir sind zwar noch ganz am Anfang unserer Reise allerdings sind die Pferde gesattelt und Mordor ist in der Ferne sichtbar. An manchen Tagen mehr an manchen weniger…
    Vielen Dank für den Blog!
    Lg Myu

    1. Liebe Myu,
      schön, dass Du da bist!
      Ich wünsche Dir von Herzen einen sicheren Ritt. Und immer ausreichend Pausen einlegen, gell 😉
      Alles Liebe
      Isa

  10. Liebe Lucy,

    omg…jetzt werde ich ein bisschen rot…danke Dir!!
    Bin grad echt gerührt !
    Gar nix musste wechseln, wir sind gleich hier…egal wo es Dich wann und wie hinweht.
    Und ich wünsche Dir, dass Du immer ein weites Stück von Mordor entfernt bleibst, so weit muss Frau nicht reiten..es ist ja oft die Angst, die uns an den Kraterrand treibt. Und wenn die weniger wird, dann ist viel gewonnen.

    xoxo, Belle

  11. Ich habe mich in euren Blog verliebt, von jetzt auf gleich.
    Ihr seid grandios: Sauwitzig, tough, selbstironisch, eloquent, feinfühlig und unbedingt anbetungswürdig.
    Meine aktuelle Station ist noch ein weites Stück vor Mordor, aber die Abenteuerromantik ist mir auch schon lange abhanden gekommen…
    Wer weiß, wo es noch langgeht, zumindest verliere ich langsam die Angst, den Amazonenstamm womöglich wechseln zu müssen/wollen.

    Herzliche Grüße
    Lucy

  12. Wir freuen uns, dass du uns gefunden hast. Und es ist auch für uns immer wieder schön zu lesen, dass auch andere die Dinge ähnlich erleben, fühlen und denken… LG Isa

  13. Immer wieder muss ich diesen Text lesen…. So sehr spricht er mich an… Und mir aus der Seele… Werde noch öfters hierher kommen…

  14. Hallo Isa,
    danke für das herzliche "Willkommen heißen".
    Ich werde euren Blog jetzt regelmäßig verfolgen und sicher das eine oder andere Mal auch meinen Senf dazu geben ;o)
    Bis ganz bald!
    Pusteblume

  15. Liebe Pusteblume, wie schön, dass Du uns gefunden hast.
    Du bist nicht ganz allein. Wir sind viele – auch wenn man es nicht glauben mag und es einem oft nicht so vorkommt. Ich würde mich freuen, Dich hier wieder zu lesen und Deine Schritte mitzugehen. Auch für uns ist der Austausch mit anderen "Hobbits" 😉 wichtig. Alles Liebe, Isa

  16. Zufällig bin ich auf euren Blog gestoßen. Ihr sprecht mir so aus dem Herzen! Nach 5 ICSIs und diversen Kryos stehe ich jetzt auch als einziger Hobbit meiner Reise am Berg Mordor. Ich habe viele Gefährten unterwegs "verloren" und die letzten Schritte mache ich nun allein.
    Schritt für Schritt in ein neues, kinderloses Leben.
    Danke fürs Mut machen!
    Alles Gute
    Pusteblume

  17. Liebe Anna, fühl Dich willkommen – und sehr verstanden !
    Wir haben immer gewusst, es gibt noch mehr "von uns" da draußen 🙂
    LG, Isa

  18. na endlich bin ich auf sowas bzw euch gestossen- 3 icsis und 7 kryos und "wie ihr wollt aufhören"?

  19. Liebe Rose,
    vielen lieben Dank und Herzlich Willkommen bei uns !
    Wir haben auch Dich unter "zum Thema" verlinkt – und weisen alle LeserInnen hier nochmal ausdrücklich darauf hin. LG, Isa

  20. Liebe Isa, liebe Belle,
    Danke für euren Blog!!! Schon ewig trage ich den Gedanken mit mir herum, dass wir (ungewollt) Kinderlosen uns "verbünden" müssen, zum Austausch, zur Trauerverarbeitung, zur Perspektivsuche u.a.
    Bravo! Euer Blog bringt es auf den Punkt!
    Es grüßt euch von Herzen –
    eine Amazone vom wachsenden Stamm der Kinderlosen!
    Rose:-)

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