coming home

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geschrieben von Belle:

Achtung, Post beginnt mit einer Menge schmollendem Genöle….ich denke aber, gegen Ende wird`s besser 😉

Wa-rum, for the love of Jesus ist es eigentlich so verdammt schwer, diszipliniert zu sein?
Ich rede jetzt in diesem Fall nicht vom sinnlosen Durchziehen noch sinnloserer Tätigkeiten, nur um „nicht aufzugeben“ und nach außen Disziplin zu demonstrieren, nein vielmehr beschäftigt mich gerade die Frage, warum es so schwer ist, alte, nicht mehr dienliche Gewohnheiten gegen neue, sehr erquickliche Gewohnheiten auszutauschen.

Beispiel Meditation. Tut mir sehr, sehr gut.
Mittet mich. Die Welt um mich herum ändert das nicht,  ich gehe besser mit dem Alltag und mit mir um.
Habe mehr Klarheit und ja…inneren Frieden, no matter what. win-win-Situation, nä?
Aufgrund dieser Tatsache sollte doch nun für mich eigentlich auf der Hand liegen, dass ich so regelmässig wie möglich meditiere….äh, ja.
Nicht.

Irgendwas ist immer.
Und ganz besonders ist immer irgendwas, wenn ich mich stresse, Stress erlebe.
Gerade dann wäre Meditation ganz besonders wichtig und wer weiß, eventuell würde es zu einigen Streßsituationen auch gar nicht erst kommen, aber nein…..gerade dann rutsche ich in weniger förderliche Verhaltensmuster ab, sei es zuwenig Schlaf, zuwenig trinken, zuwenig essen, zuwenig Ruhe und Schlaf, zuviel Kaffee, zu viel rauchen, zuviel Gehirnkirres und Sorgenkino im Kopf….in solchen Momenten erschaffe ich gedankliche worst-case -Szenarien, die die Apokalypse wie das Remake der Teletubbies aussehen lassen.
Pack da dann noch ein paar PMS- Hormone drauf und Du hast Spass anne Wasserrutsche.
Irgendwann wird mir das dann auch selbst klar und ich giesse mir ein Glas Hibiskuswasser ein, koche mir eine Tee, atme einmal tief durch, rauche mir dennoch eine und fahre das vollkommen ausgelastete CPU-System Task für Task runter.

Was ich hiermit jetzt tue.
Will eine auch`n Tee?

So, das bringt mich zu Teil 2.
Mir fiel da nämlich was auf…..
Vielleicht erinnert sich die ein oder andere noch an folgendes Phänomen aus der Kinderwunschzeit.
Da war auch immer irgendwas.
War der Zyklus top in Länge, stimmten die Hormone nicht.
War die Endometriose erfolgreich bekämpft (!!!!), waren die Spermien eine hot ass mess.
Waren das ART-Protokoll bis ins kleinste ausgetüftelt, optimiert, frisiert, aufgehübscht und perfekt, kam die Lieferung der Medis zu spät.
Und war dann mal alles schick, waren Frau und Mann örtlich oder gedanklich zur falschen Zeit am falschen Ort.
Als hätte sich das Universum gegen einen persönlich verschworen.
So viel Pech kann es doch gar nicht geben.oder?!

Ich glaube da mittlerweile nicht mehr an Pech, sondern an….etwas anderes. Habe noch keinen Namen dafür, lasse es euch aber wissen, sobald ich da klarere Gedanke zu habe….
Immer ist irgendwas.

Bei mir hat dieses Sammelsurium aus den oben genannten Szenarien (nein, alle habe ich, wie Ihr aus meiner Bio wisst nicht durchgemacht, aber den Rest habe ich nicht erfunden) eine Erinnerung hinterlassen, die mich seit einiger Zeit umtreibt:
Ich kann mich nicht auf meinen Körper verlassen.
ich kann ich nicht darauf verlassen, dass es so läuft, wie ich es mir wünsche.
Ich kann mich auf gar nix verlassen.

Gut, der letzte Satz ist jetzt ein maßlose Übertreibung, aber Ihr wisst, worauf ich hinauswill.
Wenn Du Dich stark um etwas bemühst, was sich in der Endkonsequenz dann doch Deiner Kontrolle entzieht (wie eigentlich alles, auch nicht kinderwunschlastige Situationen), weil es einfach viel zu multifaktoriell ist, dann schafft das Vertrauensverlust.
Hauptlastig bei mir ist es der Vertrauensverlust in das Funktionieren meines Körpers (die olle Verräterin) und somit in mich selbst.
Und das ist uncool.
Stelle ich gerade fest.
Denn das sind ja so Energien, wo nicht weggehen durch Schmollen und Greinen und Brummen, wobei das durchaus eine Möglichkeit des Umgangs damit ist, zumindest für eine gewisse Zeit.
Welche aber nun bei mir um ist.

Ich darf hiermit feierlich kundtun, dass meine Körperin (wo mir in der letzten Zeit durch das ein oder andere Signal rückmeldete, dass sie Gesprächsbedarf hätte…) und ich (also, eigentlich bin ich es, wo den ersten Schritt tut, weil ich auch den Zank begonnen habe) die Friedensverhandlungen aufgenommen haben.
Das wurde mir gestern im Gespräch mit einer Kollegin klar, die durch ihren Umgang mit ihrer aktuellen Situation (an der sie gut und gern hätte verzweifeln können) auf einen ganz tolle Weise einen sehr schönen Weg aus Vertrauen, Pragmatismus, Jetzt-Sein und ja, i dare to say it…Zuversicht aufzeigte.
Wurde Zeit.

Ich nehme mir im Moment die Zeit und gönne mir den Luxus, mich beim Denken zu beobachten. Nur zu beobachten, nicht werten, nicht einsortieren, nicht optimieren, nein, nur beobachten.
Erstaunlich, was da so passiert ;-).
Wahrhaft erstaunlich.

So mancher Gedanke, der mich lange gequält hat, löst sich in kürzester Zeit in Nichts auf, ächt gezz.
Das mentale Hamsterrad entfällt.
Die wahrhaft wahnwitzige Idee, das outcome kontrollieren zu müssen wollen, lässt nach.
Die gesunde Energie wird frei, sehr, sehr schönes Gefühl btw…….
Und ich mache das, was mir wohlmeinende Menschen in der Kinderwunschzeit oft sagten und wofür ich sie hätte hauen können….ich lasse los. So einiges.
Mit dem Unterschied, dass ich es nicht tue, um etwas zu erlangen, sondern weil es gut tut.
Und nicht, weil es DAS Allheilmittel für reprotechnisch Herausgeforderte ist, sondern weil….Weil.

Ich erlaube es mir, abzugeben.
Ich erlaube es mir, zu vertrauen.
Ich muss nicht alles kontrollieren.
Ich muss nicht alles wissen.

Es ist doch so…..die Sonne geht ohne mein Zutun auf und unter. Der Mond auch. Meine Herz schlägt ohne mein Zutun und die meisten meiner körperlichen Vorgänge laufen ohne mein Zutun ab.
Never change a running system.
If it ain`t broke, don`t fix it.

Ich tue, was ich hätte schon vor verdammt langer Zeit hätte tun sollen……ich gebe ab, lasse los, öffne die Fäustchen und bin einfach nur. Was vollkommen ausreicht. Und so unendlich wohltut.
Ich erlaube mir, zu vertrauen.
Nicht in irgendwas oder irgendwen, sondern darin, dass ich immer, aber ich wirklich immer, zufällig und unzuffällig genau richtig bin, da wo ich bin.
Wie ich bin. Ortswechsel nicht ausgeschlossen 😉
Und da dort, wo ich bin,  auch immer die Liebe ist, ist sowieso alles gut.
Danke, Isaschatz.
I luv U!!!!!

11 Gedanken zu „coming home

  1. Liebe Blüte,

    ich hatte es vergessen…..wie diese kleinen Kröten oft unglaubliche Lehrmeister für große Menschen sein können.
    Ja, stimmt, Sie kennen primär das Jetzt.
    Mich vesetzt das- so wie jetzt auch- immer wieder in fast ehrfürchtiges Stauenen.
    Heute lerne ich also von der Winzblüte, danke dafür!
    Mag sie auch mal einen Gastpost schreiben…? Zusammen mit Mama?
    Ihr beiden geht mir immer wieder mitten ins Herz ❤️!
    Und es macht mich gerade sehr glücklich, dass Du den Raum schaffst, in dem sie sie sein kann….weißte, wie ich mein', nä?!
    Es ist einfach schön, Dich zu lesen, FlowerQueen!!

    Bisous,

    Belle

  2. Liebe Steffi,
    das ist total schön, dieser Satz, dass ein Teil des Lebens auf dem Weg zum Glück ist.
    Das schwierigste fand und finde ich, Hoffnung zu haben.
    Nicht diese Art Hoffnung, die lähmt, sondern die, die Zuversicht gibt.
    Und die Gewissheit, dass am Ende alles ok ist.
    Manchmal habe ich das Gefühl, das ist sowas wie…spirituelles Fitnesstraining.
    Ich weiß zwar nicht, wozu das alles gut war und ist, aber ich glaube, das muss ich auch nicht.
    Oder?

    Ganz liebe Grüße,
    Belle

    1. Ja, es ist nicht diese "es muss klappen, dass weiß ich, weil es einfach so zu sein hat. Punkt" Hoffnung. Obwohl immer alle Ärzte sagten, dass es klappen würde. Auf jeden Fall, weil ich bin ja noch jung. Tief im inneren wusste ich eher, dass es nicht so sein würde. Aber es war doch ein wenig Hoffnung da, die mich bewegte, weiter zu machen. Es hätte ja sein können…
      Unser jetziger Plan D (!!!) gibt mir irgendwie innerlich die Gewissheit, dass es klappt. Ich spüre es einfach.
      Irgendwann glaube ich weiß man, wofür es gut war. Ich weiß es für mich zumindest schon. Wenn man es aber auch (noch) nicht weiß, ist es sicher auch ok. Es muss nicht alles im Leben einen Sinn haben.

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Steffi

  3. Ach liebe Belle, dann bin ich ja beruhtig, dass es nicht nur mir so geht!
    Man meint, hach wie toll man es doch meistert und dann krawumm, im nächsten Moment könnte man los heulen.
    Bei uns war damals auch bei jedem Versuch irgend etwas anderes. Wie du oben beschrieben hast. Aber wäre immer alles glatt gegangen, dann wäre es ja zu einfach gewesen… ja fast schon langweilig.
    Da gibt es einen wunderschönen Spruch von Isaak Öztürk:

    Man sagt, nur wirklich starken Menschen werden Steine in den Weg gelegt,
    weil ein schwacher Mensch es nicht schaffen würde, aus diesen Steinen eine Brücke zu bauen. Und diese Stärke wird auch irgendwann einmal belohnt werden. Das wird genau dann passieren, wenn man aufgehört hat zu jammern und akzeptiert, dass ein Teil des Lebens auf dem Weg zum Glück ist. Denn genau so reifen wir zu den wunderbaren Menschen, die wir sind.

    liebe Grüße,
    Steffi
    (Das Leben ist kein Ponyhof)

  4. ".in solchen Momenten erschaffe ich gedankliche worst-case -Szenarien, die die Apokalypse wie das Remake der Teletubbies aussehen lassen."
    Oha… in dem Satz habe ich mich wieder erkannt, wobei ich meine letzten Wochen leider genau mit diesen Realität gewordenen worst-case-Szenarien verbracht habe, teilweise war die Realität noch schlimmer als ich es mir ausgemalt habe (ich spreche von der Krankheit des Kindes). Im Moment fällt mir das Loslassen schwer, aber mir wurde beim Lesen klar, dass ich das dringend tun sollte, denn der Gedankenkreisel führt zu keiner Verbesserung, nur dazu, dass es mir schlecht geht. Danke für den Hinweis!
    Liebe Grüße, Blüte

    1. Liebe Blüte,

      oh Liebes, ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll, Deine arme Süßemaus!!!
      Ich drücke Euch sehr die Daumen, dass Euer Horrorfilm abgesetzt wird und das asap!!!!
      Mannmannmannn….wenn Kind krank, das geht.gar.nicht.
      Gar.nicht.
      Ich will, dass das sofort für Euch in Ordnung kommt!!!
      Bin grad mal unsachlich und unreflektiert, entschuldige.
      Loslassen in so einem Moment….geht das?
      Wie….?
      Ich setze mich mal neben Dich und das Blütenblättchen und atme mit.
      Fühlt Euch gedrückt!!

      Hugs and Love,

      Belle

    2. Liebe Belle,

      ich danke dir *drück zurück*.
      Doch, Loslassen geht, muss gehen, zumindest manchmal. Nicht im größten Horror, wenn das Kind (nach schwerer akuter Erkrankung) wegen der veränderten lebensnotwendigen Medikamente für die chronische Erkrankung trotz Schmerzmittel vor Schmerzen brüllt und ich im Krankenhaus anrufen muss, weil ich nicht mehr weiß, was ich tun soll. Dann nicht.
      Aber wenn man danach nicht aufhört, Angst zu haben, dass alles wieder kommt, das Mäuschen permanent (innerlich) belauert, wenn man sich ausmalt, wie alles weitergeht, wenn man vor jeder neuen Infusion, die nun in kürzeren Abständen kommen und nun mal unseren Alltag bestimmen, mehr Angst hat, macht man sich selbst kaputt, hab ich ausprobiert, geht.
      Also in den nun wieder vorhandenen Horrorpausen LOS-LAS-SEN! Das beste Vorbild ist klein und blond 😉 und ist, sobald es der Körper zulässt, sofort wieder bereit zu lachen, zu spielen und sich am Leben zu erfreuen. So schnell gelingt mir das nicht, dafür weiß ich auch zuviel über die Ursachen und weiß, dass es eben nicht "vorbei" ist. Aber ich arbeite wieder daran, auch dank deines Textes, denn ich war ziemlich gefangen in der Horrorschleife.

      Liebe Grüße,

      Blüte

  5. Oh da bist du wieder! Wie schön! Ich hab dich wirklich schon vermisst, liebe Belle und nach Isas gestrigem Posting gedacht, was ist wohl mit Belle?

    Heim kommen, ankommen – da wo man grade ist. Vieles was du beschreibst, erlebe ich auch momentan. Loslassen tut gut.

    Wer loslässt, hat die Hände frei… Und kann einfach mal sein.

    Schön, dass du wieder hier bist. Und dass DU DU BIST…

    Drücker,
    Fi

    1. Yo Fi,

      ja, bin hier….;-)….wenn auch oft stumm.
      Was nicht heißt, dass ich nicht mitgehe und mitlese, aber aktuell bin ich gerade eher nach innen gewandt und kompostiere, prozessiere und reflektiere. Da bin ich leider voll die Schildkröte auf Tranquilizern, also megalangsam.
      Und bremse mich oft selbst….wenn ich was nicht adäquat ausdrücken kann, dann sach oder schreibe ich lieber nix.
      Blöd, ne?!
      Das Loslassen lässt mich sprichwörtlich nicht los ;-)…
      Ich wusste nicht, wie anstrengend das ist, das zu tun bzw. das Tun, ja sogar das Denken zu lassen….mir als Kontrollfreak fällt das echt schwer!
      Und gerade das ist es, was ich so dringend brauche….diese himmlische Ruhe, die plötzlich da ist, wenn die Verkrampfung weicht…
      Das ist so ein krasser Paradigmenwechsel für mich und macht mich grad sehr bescheiden, denn ich dachte, dass ich da eigentlich meine Hausaufgaben schon ganz gut gemacht hätte…
      Danke dafür, dass Du mir sagst, dass es ok ist, ich zu sein….ich vergesse das so oft..

      Knutsch,

      Belle ( mit verschwitztem Gefieder, weil harte Arbeit grad hier ;-))

    2. Ja, loslassen ist harte Arbeit, da hast du vollkommen recht. Ich bin auch so eine, die immer die Kontrolle haben muss – und je wichtiger die Dinge für einen selbst sind oder waren, desto schwerer ist es. Deine Antwort hat mir dasnocal sehr bewusst gemacht.

      Für die durchgeschwitzten Federn reich ich mal nen flauschigen Bademantel rüber …

      Ich wünsche dir, dass du das findest was du suchst und das erkennst, was du niemalsnicht erwartet hättest

      LG
      Fi

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