Glückseintopf

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Blog, CNBC, Spirit & Soul

geschrieben von Isa:

Rosi von Dannen  / pixelio.de

Zur Mitte der Woche gibt´s noch ein kleines Resteessen von mir zum Thema Glück – welches mich im Blog hier ja schon mehrfach beschäftigt hat 🙂

Zum Beispiel in den Anfängen des Blogs hier:

Kinder-Wunsch-Los-Glücklich

und erst vor kurzem u.a.hier :

be(ing) happy

Heute nun ein paar übriggebliebene Restgedanken sozusagen. Zu Schade um sie wegzuwerfen – aber zu wenig für ein echt durchdachtes Posting. Nennen wir es einfach Glückseintopf – oder so…..:-)

Vor einigen Tagen las ich in einem der Kinderwunsch-Blogs davon, dass man der Blogschreiberin ziemlich rüde um die Ohren gehauen hatte, sie solle sich mal zusammenreissen, andere Kinderlose wären schließlich auch glücklich. Woraufhin sich die Blogschreiberin die Frage stellte, ob kinderlose Paare denn wirklich ! glücklich seien.

Natürlich ist es völlig sinnlos und auch unangemessen, jemandem, der verzweifelt ist, andere als „leuchtendes Beispiel“ unter die Nase zu reiben, die glücklich(er) seien.
Die Reaktion der so Getroffenen darauf ist daher auch nachvollziehbar und wenig überraschend für mich.

Die Antwort auf ihre Frage ist keine einfache Antwort. Auch wenn es zunächst so klingt:

Es gibt glückliche und unglückliche dauerhaft Kinderlose – genauso wie es glückliche und unglückliche Eltern gibt.

Ob wir glücklich oder unglücklich sind oder werden – wird nicht davon abhängig sein, ob sich der Wunsch nach einem Kind erfüllt oder nicht – sondern davon, ob wir die Verantwortung für unser Glück selber bereit sind zu übernehmen. Am Ende ist Glück eben auch die Entscheidung, glücklich sein zu wollen und ….die Bereitschaft, selber dafür zu sorgen, es zu sein (oder zu werden). Ja, das hatten wir schon 😉

Was gerne mal ausgeblendet wird ist Folgendes: Wer letztlich davon überzeugt ist, ein Kind zum wirklich glücklich sein zu brauchen – der bürdet damit auch gleichzeitig dem Kind die Verantwortung für das eigene Glück auf. (Und damit meine ich NICHT speziell die Blogschreiberin persönlich – denn ich kenne ihre Geschichte und ihr Blog nicht näher und mir stünde es auch überhaupt nicht zu, das einzuschätzen. Schon gar nicht ungebeten)

Ich entwickel den Gedanken einfach entlang ihrer Fragen hier weiter…..Und die sind ja durchaus nachvollziehbar…..

Ich weiß, dass das ein ziemlich unangenehmer Gedanke ist – und viele den geradezu empört von sich weisen werden.
Aber nichts anderes bedeutet es in der Konsequenz. Das Kind als Wunscherfüllungsgehilfe.
Und es kann sich lohnen, sich zumindest für sich selber im stillen Kämmerlein diesen Gedanken mal zu stellen und diese Frage für sich selber ehrlich zu beantworten.
Und die Frage darf man sich natürlich auch gerne als Eltern beantworten. Denn viele (vor allem die, die problemlos schwanger wurden) haben ihren eigenen Kinderwunsch noch nie reflektiert.
Und fälschlicherweise gilt „Kinder zu bekommen“ ja als Ausdruck völliger Selbstlosigkeit. Und keine Kinder zu bekommen als Egozentrismus, Egoismus tbc. Weiß ja jeder, ne. Auch der Papst 🙂 Jetzt erst. Kürzlich noch.

Ich behaupte dagegen, locker 80-90 % der Motive hinter einem Kinderwunsch sind bei Licht betrachtet schlicht egoistische Motive 🙂 Bis auf den Teil des Kinderwunsches, der die sogenannte Sehnsucht des Lebens nach sich selbst ausdrückt.
Das ist ja nun nicht schlimm per se…..
Man sollte sich dahingehend nur nicht selber in die Tasche lügen *find* 🙂

Sind ungewollt Kinderlose WIRKLICH glücklich ? …. war die zweifelnde Ausgangsfrage.

Nun…..nein, nicht zwingend. Und sicher nicht alle.
Aber ….sicher sehr viele 🙂

Eine gewisse Wehmut und sanfte Art der Trauer wird jede ungewollt Kinderlose sicher lebenslang begeiten. So wie einen aber auch eine Form der Trauer um andere geliebte Menschen immer begleiten wird, die man bereits verloren hat.
Das Leben hält viele unterschiedliche Verluste bereit im Laufe der Jahre.
Die Herausforderung ist, und sie ist die immer gleiche !, diese Trauer dann in das eigene Leben zu integrieren und sie letztlich zu transformieren.
Denn ohne diesen Trauerprozess …. nützt einem auch „Glücksarbeit“ und der „Glückswille“ nichts.

Genauso wenig nützt es aber, ein Kind vom Leben geschenkt zu bekommen und die eigene, lebenslange Verantwortung für sein Glück nicht zu erkennen und nicht wahrzunehmen !

Wer glaubt, ohne Kind nicht glücklich zu werden – der wird es auch nicht mit Kind.
Da jedenfalls bin ich ganz sicher 😉

Heute morgen habe ich via twitter ein vor 2 Tagen veröffentlichtes Interview geteilt, mit dem deutschen Mentaltrainer Bodo Deletz: „Glück kann man lernen“. Über die Qualität des Youtube-Kanals an sich, der das Interview geführt hat, kann ich (noch) nichts sagen. Es war mir bislang nicht bekannt. Kommt insgesamt ein bisschen sehr eso-angehaucht rüber vielleicht  😉 so auf den ersten Blick mal.

Das spezielle Interview ist meiner Meinung nach zumindest aber schonmal recht hörenswert. Auch nichts bahnbrechend Neues jetzt, für alle, denen die Thematik an sich schon vertraut ist – aber sicherlich sehr gute Impulse, zum dran entlang denken !

Ich wünsche Euch eine glückliche Restwoche !

Isa

22 Gedanken zu „Glückseintopf

  1. Auch ich sage aus meiner Sicht: Ich kann nicht von meinem Kind verlangen, mich glücklich zu machen. Genau so wenig wie ich es von meinem Partner verlangen kann. Der einzige, der MICH glücklich machen kann bin ich selbst.

    LG

  2. Liebe Isa,

    da sitz ich heute in meinem tiefen Loch, den Glückseintopf auf dem Schoß, den ich fest umklammere, weil ich hoffe, das er mir hilft und Belles Phiole um den Hals und den Tränen im Augenwinkel. Hoffe, dass ich einen Weg finde, glücklich zu werden ohne Kind – weil die Möglichkeit "ein Leben ohne Kind" gerade heute wieder ein ganzes Stück realer geworden ist. Und dann ist es eine gute Aussicht, vielleicht eine glückliche Kinderlose werden zu können – wenn ich auch noch herausfinden muss, wie.

    Aber dafür habe ich ja euch.

    Danke für alles!

    LG
    ZweiLinien

    1. Liebe ZweiLinien…..
      Dich drück ich heute einfach nur…..((((((((((((ZL))))))))))))
      und reiche Dir wortlos an, wonach auch immer Dir heute ist.
      Und wenn ich Dir am Wochenende spontan echtes Stück Kuchen rüberschieben und Dir einen echten Kaffee umrühren soll, dann schreib mir einfach ´ne sms 🙂
      LG
      Isa

    1. Liebe Lisa….ich habe meine 2 Cent zum Kinderwunsch gerade weiter oben verfasst in drölfzig Antworten an Spring 🙂
      ich gehe jetzt mal den Artikel lesen…..Giovanni Maio mag ich sehr.
      Ich bin mal gespannt, ob wir da auf einen Nenner kommen, der Gianni und ich :-))

      LG, Isa

    1. Ja – und vermutlich klingt das tatsächlich etwas provokant. Aber so sehe ich es. Und so erlebe ich es.
      Danke !
      Drücker zurück.

  3. Liebe Isa,
    vielen Dank für den schönen Beitrag. Ich glaube auch, dass es ein Stück weit eine Entscheidung ist Glück und Zufriedenheit zu finden. Gleichzeitig gibt es natürlich Umstände, die es einem leichter fallen lassen und andere nicht. Ich glaube die Trauer um den Kinderwunsch ist halt eine sehr lange Trauer – gleichzeitig merke ich bei mir aber auch, dass ich für mich eigentlich ganz zufrieden bin, aber immer wieder durch "Bilder" von außen, Meinungen, Wahrnehmungen mich in Frage stelle oder mein "Glück" in Frage gestellt sehe. Wie immer ist es ein Prozess und manchmal ist die Entscheidung zur "Zufriedenheit" eine sehr rationale (dann fühle ich es selbst nicht so richtig) und manchmal ist es ganz im Gefühl (dann ist es natürlich echter). Aber ich glaube auch, dass langfristig der Weg hin zum echten Fühlen von Glück und Zufriedenheit durch die Auseinandersetzung und durch eine gewisse Entscheidung kommt…
    Mir tut euer Blog sehr gut – vielen Dank dafür.
    Herzliche Grüße
    Karin

    1. Liebe Karin,
      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar ! Du sprichst da noch einen sehr wesentlichen Punkt an, finde ich. Die Erwartungen von außen bauen Druck auf – und lassen einen bestimmte Dinge immer wieder in Frage stellen. Das ist ganz sicher so !

      Sie sind allerdings immer auch Spiegel und ein guter Gradmesser unserer eigenen Werturteile und Verunsicherungen.
      Ich glaube, je tiefer es vom Verstand in´s Gefühl gesackt ist, je weiter wir im Prozess der Auseinandersetzung und auch Trauerbewältigung gekommen sind und je sicherer wir uns unserer selbst wieder werden, desto weniger Macht haben gesellschaftliche Erwartungen dann über uns.

      Aber der Weg ist eben keine Kurzstrecke. Das sehe ich auch so. Keine Abkürzungen, die auch an´s Ziel führen würden 🙂

      alles Liebe,
      Isa

  4. Ach, und was ich noch zur Erklärung sagen wollte – mir ging es, als ich den verlinkten Beitrag schrieb, wirklich sehr schlecht.

    Ich hatte ihn am 11. März geschrieben und am 14. März habe ich deinen Beitrag "Lach doch mal" kommentiert, an dem erkennbar sein dürfte, dass ich keinesfalls festgefahren und verbissen mein Glück vom Kinderkriegen abhängig mache.

    Ich ziehe durchaus alternative Lebensmodelle in Betracht, nur bin ich vielleicht einfach noch nicht so weit.

    Hand aufs Herz. Hattest du nicht auch schon Momente in deinem Leben in denen du nur noch in der Lage warst schwarz zu sehen, die Welt und alles nur noch böse war und dich irgendwie niemand verstehen wollte? 😉

    So, und jetzt ärgere ich mich ein bisschen dass ich mich dazu hinreisen lassen habe mich für meinen Tiefpunkt zu rechtfertigen. 😉

    LG

    1. Hallo Du Liebe,

      nur ein kurzer Gruss – weil ich nicht so unkommentiert weiterflitzen wolltem nachdem ich dich gerade las. Später nochmal mit mehr Zeit. Nur vorab:
      DICH persönlich meinte ich gar nicht, mit nichts. Ich hatte befürchtet, dass der Eindruck entstehen könnte – und versucht, das deshalb explizit zu betonen !
      Ich habe manche Dinge einfach allgemein weiter gedacht…..
      Ging wohl irgendwie trotzdem schief 😉
      verlinkt habe ich Dich, weil das die Bloggeretikette ja so fordert – und viele eher pissy sind, wenn man das nicht tut. Aber kein Problem – ich nehm´s raus.

      Ich springe übrigens nur SELTEN auf fremde Blogposts an und diskutiere die hier weiter….:-) da muss mich irgendwas besonders dran packen. Und ich fand Dein Blogpost gar nicht negativ und auch Deine Gedanken nicht. Und ich finde es vor allem immer mutig, wenn jemand sein Herz ehrlich öffnet ! Und ganz viel für das Du Dich jetzt gerechtfertigt hast unterstelle ich gar nicht …weder grundsätzlich noch Dir persönlich 😉

      Ich glaube aber, wir schauen auf manche Dinge des Lebens unterschiedlich drauf – daher kommen glaube ich jetzt ein paar Missverständnisse auf.

      Ahrg….muss echt weg….sorry

      ich melde mich nochmal später
      LG, Isa

    2. Okay. 🙂
      Vielen Dank für deine Antwort. Ich bin froh, dass wir das klar gestellt haben.
      Ist halt ein sensibles Thema und wenn ich etwas überreagiert habe tut es mir leid. Mich hat aus dem Grund der Link gestört, weil ich mich gefühlt habe als würde man mit den Finger auf diesen Post zeigen, über den ich selbst nicht glücklich bin. 😉
      Das Bezug nehmen darauf ist kein Problem und es ist ja schön, dass wir fair darüber diskutieren können und andere Meinungen dabei ernst nehmen und versuchen zu verstehen.
      Alles wieder gut, ich nehme mich zurück und wir reichen uns die Hand, ja?
      Viele liebe Grüße, Spring

    3. Liebe Spring,

      es tut mir leid, wenn Du das Gefühl hattest, ich wolle mit dem Finger auf Deinen Post oder gar auf Dich zeigen. Das lag überhaupt nicht in meiner Absicht, aber es ist so angekommen bei Dir und das tut mir leid.
      Vielleicht spielt da zusätzlich auch eine Rolle, dass Du selber nicht glücklich mit deinem Post warst/bist.
      Ich finde Dein Post gar nicht unglücklich – und ich kann Deine Gedanken dort auch nachvollziehen. Und ich glaube, dass können viele.
      Weder halte ich Dich für negativ noch für besonders verbissen in Bezug auf den Kinderwunsch. Ich kenne Dich doch gar nicht 😉
      Darüber hinaus sind Postings doch auch immer Momentaufnahmen. Sie bilden eben oft einen Ausschnitt ab – selten das ganze Bild. Und die ganze Bandbreite an Gefühlen gehört nun mal zum Kinderwunschweg. Nur wenige trauen sich doch überhaupt, diese zu äußern. Anonymität des I-net hin oder her. Ich habe Respekt vor jedem, der sich mitteilt zu diesem Thema !
      Ich finde, Du hast gar keinen Grund, unglücklich mit Deinem Post zu sein 🙂 Im Gegenteil. Du hast offen Deine Gedanken und Gefühle geteilt, wie sie in dem Moment waren. Und die dürfen doch auch sein, wie sie waren – und da gibt es weder irgendeine Rechtfertigungsnot vor Dir selber und schon gar nicht vor anderen, finde ich.

      Ich glaube, dass besonders der Punkt mit der Motivation für den Kinderwunsch etwas ist, zu dem grundsätzlich und überall viele Missverständnisse bestehen.

      Für mich gibt es zwei Aspekte des Kinderwunsches, und das habe ich im Posting auch schon erwähnt. Es gibt den Aspekt "der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst". Das ist für mich der Teil des Wunsches, der einfach nicht erklärbar ist. Er ist irgendwo tief in uns verwurzelt und bedarf keiner Erklärung und lässt sich auch nicht erklären.

      Aber … mit diesem Kinderwunsch sind darüber hinaus auch eine ganze Reihe von anderen Bedürfnissen verwoben, und da hat jeder andere Motive. Von dem Wunsch, im Alter nicht allein sein zu wollen, dem Bedürfnis, etwas von sich selber weiter geben zu wollen, der Motivation ein Teil bestimmter sozialer Strukturen zu sein, dem Wunsch es selber besser machen zu wollen, als die eigenen Eltern oder aber dem Gegenteil: dem Wunsch, genau das weitergeben zu wollen, was man selber Gutes als Kind erlebt hat. Es gibt unzählige Motive hinter dem Kinderwunsch……und viele dieser Motive sind auch Folge unserer Sozialisation. Sie entsprechen dem Bild, welches die Gesellschaft von ihren Mitgliedern hat. Manchmal ist es sogar gar nicht mehr so leicht zu unterscheiden, was wirklich dem eigenen Bedürfnis entspringt und was man unbewusst einfach übernommen hat, weil es so erwartet wird.

      Ich finde, dass es wichtig ist, sich damit zu beschäftigen.
      Und zwar überhaupt NICHT, weil ich finde, dass irgendein Vollpfosten auf der Welt, den das ganze keine 2 Meter Weg was angeht, Anrecht auf eine Rechtfertigung für den eigenen Kinderwunsch hätte…..Bullshit.
      Und ich finde sogar, statt immer die Kinderlosen zu fragen, warum sie keine Kinder haben, könnten sich die meisten für sich selber mal die Frage stellen, warum sie denn welche haben. Weil….:

      Ich finde, jeder tut sich selber ! einen enormen Gefallen, wenn er sich damit beschäftigt, welche individuellen Bedürfnisse mit seinem Kinderwunsch verwoben sind. Das sind ungeheuer wertvolle Erkenntnisse. Selbsterkenntnisse sozusagen 😉

    4. Und nur aus der Selbsterkenntnis heraus kann man sich weiter entwickeln. Zu wissen, welche weiteren Bedürfnisse (außer dem "biologisch verankerten, nicht erklärbaren Wunsch" – und diese Formulierung hinkt für mich auch schon wieder, denn nicht jeder ! verspürt diesen Wunsch ja – und das legt dann schon fast wieder nahe zu glauben, wer den Wunsch nicht verspürt, sei nicht normal. —> Fail.)
      ….also nochmal: zu wissen welche weiteren Bedürfnisse mit dem Kinderwunsch verwoben sind, bringt uns m.E. in vielerlei Hinsicht weiter:
      a) erfüllt sich der Wunsch nicht ! auf genau die Weise wie erhofft, so ist man viel leichter in der Lage, sich tragfähige, passende alternative Konzepte zu überlegen, mit denen man diesen Teil seiner Bedürfnisse leben kann.
      b) erfüllt sich der Wunsch, so hilft einem diese Reflektion ebenfalls dabei, nicht in die Enttäuschungsfalle zu rauschen !
      Gerade, wenn für jemanden das Kind auch noch als Glücks-Bringer gilt.

      Hast Du mal die vielen "Jammer-" Mama-Blogs gelesen? Und nicht wenige davon sind ehemalige Kinderwunschfrauen…..Die teilweise derart überfordert, unzufrieden bis hin zu unglücklich wirken (zumindest in ihren Momentaufnahmen), so dass Du Dich vielleicht schon entnervt gefragt hast, ob die ihr Glück denn gar nicht zu schätzen wissen ?
      Der Punkt ist m.E. nicht, dass die ihr Glück (Kind) nicht zu schätzen wüssten – sondern dass viele offenbar ein Kind für ihr Glück gehalten haben…..
      Und sie können ihr Glück gar nicht für sich selber erschaffen….weil sie gar nicht wissen, was ihnen EIGENTLICH fehlt, um glücklich zu sein. Die kennen ihre Bedürfnisse oft gar nicht so genau, wie mir scheint.
      Oder sie gestehen sie sich nicht ein und verdrängen sie weiter.
      Oder sie merken auf einmal, dass sie eigentlich ganz andere Bedürfnisse haben, als sie vorher gedacht haben…..und gestehen sich DAS nicht ein.

      Kein anderer Mensch kann einen auf Dauer glücklich machen.
      Kein Partner und auch kein Kind.
      Die Euphorie angesichts erfüllter Wünsche nutzt sich grundsätzlich ziemlich schnell ab.
      B.D. benutzt da das Bild des Verliebtseins…und ich finde das ziemlich treffend. Irgendwann kehrt immer der Alltag zurück. Und man wird wieder auf sich selber zurück geworfen. Und die Leerstellen, die durch die Euphorie eine Weile lang besetzt wurden, werden wieder zu Leerstellen.
      Und möglicherweise schmerzen sie nun sogar noch mehr !!

      Daher finde ich meine Aussage, "wer glaubt ohne Kind nicht glücklich sein zu können – der wird es auch nicht mit Kind" gar nicht spitz. Sie ist auch nicht spitz gemeint. Sondern sehr ernst und wertfrei.
      Kind ist in diesem Fall für mich auch austauschbar. Jedes ! bedingte Glück ist flüchtig. Wer glaubt ohne Partner nicht glücklich zu werden – der wird es auch nicht mit. Wer glaubt ohne diesen oder jenen Traumberuf nicht glücklich zu werden – der wird es auch nicht mit.
      Denn solange wir nicht verstehen, dass der sogenannte Schlüssel zum Glück irgendwo in uns selber liegt, werden all die tollen Aspekte, die unser Leben auch schon bereichern, ihr Glückspotential ebenfalls nicht entfalten können…..weil es sich nicht als alltagstauglich erweist. Und weil es auf diese Art und Weise immer wieder im Leben einen Grund geben wird, doch nicht ganz so glücklich zu sein.
      Weil es dann nämlich immer etwas “nächstes” geben wird, an dessen Erfüllung das Glück gekoppelt wird.

      Ich finde es übrigens auch überhaupt nicht negativ, sein Leben nach seinen Vorstellungen gestalten zu wollen. Im Gegenteil !
      Ich halte es nur für gefährlich, seine Zufriedenheit, seine Gefühlslage davon abhängig zu machen, ob uns das in allen Punkten genau so gelingt, wie wir uns das vorgestellt haben.
      Wenn ich wie ferngesteuert einem Weg folge, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich genau da ankomme, wo er hinführt –
      und all zu oft führt er eben genau NICHT dorthin, wo ich glaube, dass er mich hinführt.

    5. Beispiel zum Thema: wer Jahre und Jahre seines Lebens rumrödelt, um ein Kind zu bekommen – und sich nie dahingehend mal reflektiert, der verpasst vielleicht am Ende genau deshalb DIE Chance, sein Leben auf irgendeine Weise wirklich gemeinsam mit Kindern verbringen zu können. Denn hier gäbe es unzählige alternative Wege. Und ich meine nicht bloß Plan B die Adoption oder Pflegschaft.
      Wenn man danach sucht, dann findet man viele Möglichkeiten. WENN man das will. Weil die eigene Bedürfnisrecherche ergeben hat, dass man wirklich MIT Kindern leben will.
      Vielleicht ergeben sich aber auch ganz andere Lebenskonzepte….Kann man nicht wissen, solange man den immer gleichen Bahnschienen folgt

      Ich glaube, jeder von uns hat die Chance im Leben so glücklich wie möglich zu werden
      aber um diese Chance auch wahrnehmen zu knnen, und das ist meine Überzeugung, müssen wir aufrichtig ehrlich sein
      NICHT anderen gegenüber…..sondern in allererster Linie
      UNS SELBST gegenüber !

      Und wie bei allem was ich je hier im Blog schreibe….zieht Euch doch einfach das raus, was für Euch grad passt
      und kloppt den Rest in die Tonne.
      Es sind immer MEINE persönlichen Gedanken, MEINE persönlichen Überzeugungen….die sind nicht immer “fachlich” sondern auch sehr oft subjektiv, denn dies ist eben Belles und mein PERSÖNLICHER Blog.
      Nicht alle unsere Gedanken müssen für alle immer passen oder stimmig sein.
      Jeder geht seinen eigenen Weg. In seinem eigenen Tempo.
      Und das ist auch gut so.
      Anders kann es gar nicht sein.

    6. Zum Schluss: Spring, ich danke Dir wirklich sehr für DEIN persönliches Blogpost und das Teilen Deiner persönlichen Gedanken. Denn Du hast mich mit diesem Post dazu inspiriert, daran entlang zu denken……meine eigenen Gedanken dazu weiter zu spinnen…..und damit hast Du auch mich bereichert !

      Für mich ist alles gut zwischen uns!
      Leben ist Vielfalt. Bunt. Und Entwicklung entsteht oft gerade da, wo auch Gegensätze zusammen kommen.

      Ich danke Dir daher für deine Offenheit und deinen Mut, zu deinen Gefühlen zu stehen und sie mit anderen zu teilen……

      GLG, Isa

  5. Hallo liebe Isa!

    Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich schon ein wenig angefressen bin, dass du ausgerechnet einen Post von mir verlinkst, den ich selbst lange unter Verschluss hielt. 😉

    Ich bin nicht stolz darauf, das geschrieben zu haben und ich wollte auch niemanden damit verletzen. Es tut mir leid, falls das passiert ist.
    Aber leider sind das tatsächlich meine Gedanken. Ich gebe zu, etwas sehr ungefiltert…

    Außerdem diskutiere ich meine Gedanken gerne auf meinem! Blog und ich finde es nicht schön, das mein Beitrag hier zur Diskussion gestellt wird.

    Dass du das Thema aufgreifst und auf den Ursprung hinweist ist kein Problem, aber nimm doch bitte die Verlinkung raus.

    Lass uns danach bitte die Hand geben und alles ist gut, ja?

    So, nun zum eigentlichen Thema:

    Ich behaupte nicht, dass alle Paare die ungewollt kinderlos bleiben, nicht glücklich sein können. Aber ich glaube das kreidest du mir auch nicht an, ich will das nur noch mal kurz klar stellen. 🙂

    Ich stelle mir die Frage ob man nicht irgendwann das Gefühl hat etwas verpasst zu haben. Es gibt für alles eine Zeit und für bestimmte Dinge ist es im Leben nun mal irgendwann zu spät. Ich habe nur dieses eine Leben und diese eine Zeit.

    Ich bestreite nicht, dass unser Kinderwunsch egoistisch ist. Erklärt sich ja von selbst. Das Kind das wir uns wünschen existiert nicht deshalb können wir ihm auch keine "Freude" damit machen es zu erschaffen.

    Wobei der Kinderwunsch auch nicht ausschließlich nur ein egoistischer Wunsch ist. Da hängen auch noch die Omas, Opas und Uromas und Uropas und die Gesellschaft mit dran. (Wobei ich zugeben muss, das spielt für mich eine untergeordnete Rolle) Er gehört zum Leben dazu und ist wie man so abgedroschen sagt, tatsächlich ein Urinstinkt.

    Ich bin es leid mich für meinen Wunsch rechtfertigen zu müssen. Planen wir nicht unser ganzes Leben ob Kinderwunsch oder nicht sowieso egoistisch?
    Ich hoffe man dreht mir jetzt nicht schon wieder einen Strick daraus. Ganz egoistisch gestaltet man sein Leben natürlich nicht. Ich habe aber den Wunsch, dass es neben meiner Familie auch mir gut geht und ich meine Wünsche verwirklichen kann.

    Das ich ohne Kinder nicht glücklich sein kann, habe ich nicht behauptet. Sollte es so kommen, wird das ein tiefer Einschnitt in mein Leben sein und es wird ganz sicher Momente geben in denen ich unglücklich darüber sein werde, diesen für mich wichtigen Aspekt des Lebens verpasst zu haben.

    Diesen Satz:
    "Wer glaubt, ohne Kind nicht glücklich zu werden – der wird es auch nicht mit Kind.
    Da jedenfalls bin ich ganz sicher ;-)", finde ich ganz schön spitz.

    Ich bin zum einen nicht per se unglücklich, zum anderen hat niemand behauptet, dass das die Erfüllung dieses Wunsches einhergeht mit der absoluten Erfüllung des Lebens.

    Jeder gestaltet sich sein Leben nach seinen Möglichkeiten. Ganz egoistisch bin ich studieren gegangen und habe mir ganz egoistisch eine Arbeitsstelle gesucht bei der glücklich bin. Ich habe dabei eine Stelle mit weniger Gehalt als anderswo, aber einen angenehmeren Arbeitsumfeld gewählt. Jemand anderes hätte anders entschieden und wäre damit glücklicher gewesen. Ich muss für mich entscheiden, wie ich glücklich werde.

    Nicht für jeden sieht Glück gleich aus und doch sind wir ja alle bestrebt das beste aus unserem Leben zu machen. Ich fühle mich nicht am generellen "glücklich sein" gehindert sonder daran mein Leben so zu gestalten wie ich es mir wünsche.

    Ich wünsche mir nun mal von klein auf, eine Familie mit Kindern und bin selbst in einer großen Familie mit vielen Kindern aufzuwachsen. Mein Mann und ich wünschen es uns Kinder aufwachsen zu sehen und sie auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Wir möchten Trubel und Chaos hier haben und möchten ganz viel Liebe geben. Wir wollen, dass der Kreislauf des Lebens auch bei uns nicht anhält und dass wir weitergeben können, was wir schon von unseren Eltern geschenkt bekommen haben.

    Benötigt der Egoismus auf den Kinderwunsch bezogen denn wirklich Rechtfertigung?

    Viele liebe Grüße,
    Spring

  6. Liebe Isa, ich denke, dass das Thema „Glück“ in der heutigen Zeit eine ziemlich schwierige Sache ist. Von Medien und unseren Mitmenschen wird uns doch so häufig suggeriert, dass wir erst dann glücklich sind bzw. sein können, wenn wir dies oder jenes haben (Kind, Haus, toller Job, problemlose Beziehung, super Aussehen etc.). Es ist meiner Meinung nach ein ziemlich harter Lernprozess, zu erkennen, dass unser Glück nicht von anderen Menschen/Dingen abhängt, sondern in uns steckt. Aber Du hast das wie immer in wunderbare Worte gefasst – Danke! Liebe Grüße von Maren

    1. Hi Maren 🙂
      da kann ich doch einfach nur mal wieder unterschreiben 🙂
      Ja, es ist ein harter Lernprozess – bis man das WIRKLICH und wahrhaftig begriffen hat.
      Aber….darin liegt auch ein unfassbarer Schatz für´s Leben. Denn letztlich geht am Ende genau mit dieser Erkenntnis auch ein ungeheures Maß an Freiheit einher ! An Unabhängigkeit ! Und das ist…..toll.
      Und da greift der abgedroschene Satz einfach: Krisen sind Chancen.
      Aber so ist es. Auch wenn einen solch ein Satz zwischenzeitlich unfassbar ankotzen kann, wenn man dabei ist, die gröbste Scheiße am Anfang weg zu schaufeln 🙂 Dafür ist danach alles viel ….leichter.

      VLG
      Isa

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