Ich habe Ermattung (1)

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Blog, CNBC, Hömma

geschrieben von Isa:

Tim Reckmann  / pixelio.de

I.just.can´t. *Ächtnichmehr* Ich kaue schon wieder viel zu lange drauf rum…und was raus muss, muss raus. Ich versuche es auch, ohne zu ranten. Aber vielleicht gibt´s ein paar blaue Zehen. Ihr kennt mich. Mittlerweile. Und lest mich ja trotzdem. Oder deswegen ?
Man weiß es nicht….:-)

Here we go.

******

Lange nicht waren die Themen Mutterschaft, Mutterideal, Reproduktion, Kinderlosigkeit – gewollte und ungewollte – sowie Reproduktionsmedizin derart präsent in den diversen Medien vertreten wie dieser Tage.

Dabei waren zwei Ereignisse ausschlaggebend, die verschiedener nicht hätten sein können – und doch miteinander zu tun haben. Ab einem bestimmten Punkt.

Zum einen diskutiert man, nicht nur in Deutschland, derzeit die Geschichte der 65 jährigen Annegret Raunigk, einer 13-fachen Mutter, die dank Eizell- wie Samenspende in und aus der Ukraine aktuell eine Vierlingsschwangerschaft austrägt.
Zum anderen schlägt eine Studie aus Israel Wellen, in der sich 23 Mütter dazu bekannten, dass sie es bereuen, Mutter geworden zu sein – wobei alle ausnahmlos angaben, ihre Kinder zu lieben.

Seitdem ist sowas Ähnliches wie der Teufel los. Nicht nur in den etablierten Printmedien sondern auch auf einer Vielzahl von Blogs. Außer auf den Blogs der ungewollt kinderlosen Netzcommunity. *möp*.

Ich bin ein wenig …. ratlos? Nicht überrascht. Aber ratlos…..aus diversen Gründen … und ich schwanke seit Tagen ……….irgendwo zwischen totaler Ermattung und Puls.

Zu beiden Themen wird sich bislang mehrheitlich … empört: „Wo kommen wir denn da hin?“
Beides ist ein Tabubruch. Und beides löst damit aus, was Tabubrüche von jeher auslösen: ANGST…..und in der logischen Folge einen Haufen Polemik, Sarkasmus, gefälliger Vorurteile, moralischer Richtsprüche und diskrimminierender Werturteile. Statt wenigstens ethische Fragen zu erörtern wird maximal moralisch diskutiert (Fall der 4-lings Spätschwangeren ).
Statt Frauensolidarität gibt´s garstigen Krieg ……unter Frauen. Mehrheitlich unter Müttern. (Fall #regrettingmotherhood).

Arbeiten wir das doch mal nacheinander ab …

Ich habe nur wenige, in meinen Augen wirklich intelligente Artikel zum Thema der Vierlingsschwangeren gelesen. Frau Raunigk wurde mit ihrer individuellen Geschichte hauptsächlich zur Stichwortgeberin für eine ganze Reihe wertkonservativer Kritiker der Reproduktionsmedizin, die sich aus ihren Löchern gekrochen und erneut Morgenluft witternd, nun an ihr hochziehen, um endlich mal wieder ganz pauschal und unreflektiert die moralische Keule auspacken zu können und „die Reproduktionsmedzin“ als verwerfliche Brutstätte (hö hö hö – Wortwitzalarm kann ich) vermeintlich „künstlich erschaffenen“ Lebens zu erschlagen.
Dazwischen der übliche Boulevardmedienjunkfood ohne weiteren Informationsnährwert.

Als für mich bereichernd und daher lesenswert verlinke ich an dieser Stelle auch nur einen einzigen Artikel:

Mutter mit 65: Ideologin der Machbarkeit geschrieben von Jakob Augstein für Spiegel online. Ihm ist gelungen, woran seine „Zunftkollegin“ Wibke Becker grandios gescheitert ist: Den Finger in die Wunde zu legen ohne den Patienten dabei umzubringen. Passt. Augstein ist Verleger des „Der Freitag“. Wibke Becker schreibt für die „FAS“. Noch Fragen ?

Augstein schafft unmissverständlich Klarheit über die Grenzen der Reproduktionsmedzin in Deutschland und verweist gleich noch dankenswerterweise darauf, dass es wohl nicht allzuviele 65-jährige mit Kinderwunsch geben wird, die dann auch noch die Bereitschaft mitbringen, den gleichen Weg zu gehen. Dabei navigiert er bis zu den Hintergründen der Geschichte ohne „die Kinderlosen“ oder „die Reproduktionsmedizin“ pauschal bemühen zu müssen.
Und dennoch – oder vielmehr deswegen – gelingt ihm in der Folge der Brückenschlag zum wesentlichen Kern des Themas. Zu dem Punkt, welcher an der bis dahin individuellen Geschichte dieser Frau wirklich diskussionswürdig ist: die Ideologie der Machbarkeit, die vorgibt, dass Scheitern keine Option sei, dass alles auch praktisch machbar sein müsse, was theoretisch denkbar ist.

Augstein resümiert präzise:

„Wir werden dahin kommen (…)
dass der
Unglückliche als einer gilt, der sich nicht genug bemüht hat. Am Ende
wird der Wert des Lebens in Opportunitätskosten berechnet. Der
Schattenpreis jeder nicht genutzten Chance wird dem Verschwender bei der
Bilanz als Debet angelastet.

Aber wo Leid Versagen bedeutet, weicht das Mitleid der Verachtung.
Und wer die Fähigkeit zum Leiden verliert, verliert am Ende auch die
Fähigkeit zum Mitleid – und damit die Menschlichkeit.“
Quelle

Machbarkeitswahn. Die dunkle Seite der Macht. Gollum, der uns auch noch lange nach dem Abschied vom Kinderwunsch in Albträumen heimsuchen kann und versucht, uns zurück zu flüstern auf den Weg zur Wunscherfüllung. Gollum, der die eine oder andere erst spät aussteigen lässt, aus einer jahrelangen Kinderwunschspirale. Der ewige „nächste Versuch“, der es doch hätte sein können. Ihr kennt das.

Jede.von.uns.kennt.das. Behaupte ich. Jede von uns kennt die Zweifel, die einen befallen, wenn es darum geht, selbstverantwortlich eine Entscheidung darüber zu treffen, wie weit man zu gehen bereit ist.
Die Herausforderung, die eigenen Grenzen auszuformulieren ist groß. Die Verantwortung dabei ebenfalls. Für das ungeborene Leben. Für sich selber. Für sich als Paar. Und eventuell für andere beteiligte Personen, wenn es um die Beteiligung potentieller Spender geht. Und über all dem schwebt der heilige Gral der Elternschaft. Gekrönt durch den Heiligenschein der (deutschen) Mutterschaft. Und genau hier schließt sich dann auch der Kreis zum Thema #regrettingmotherhood. Aber dazu später.

Die meisten Kinderwunschpaare loten ihren Weg wohl hauptsächlich im Rahmen der Möglichkeiten aus, die das deutsche Embryonenschutzgesetz zulässt. Versuchen, sich irgendwie, irgendwann auf eine Anzahl von Versuchen festzulegen.

Eine deutlich geringere, obgleich wachsende Anzahl von Kinderwunschpaaren, wenn man den diversen Statistiken Glauben schenken darf und die Foren und Blogs aufmerksam verfolgt, versucht sich innerhalb der Möglichkeiten einer Eizellspende im europäischen Ausland ein Limit zu setzen.
Die Anzahl der deutschen Paare, die die Möglichkeit einer Leihmutterschaft in Erwägung ziehen, dürfte wohl verschwindend gering sein. Egal in welchem Alter. Mir persönlich ist jedenfalls kein einziger Fall bekannt – und ich bin verdammt viele Jahre in dieser Kinderwunsch-Netz-Community unterwegs. Das allein macht die Behauptung auch nicht unbedingt valide. Aber liefert Anhaltspunkte.

Machbarkeitswahn. Mordor. Ihr wisst. Der Ring…….mein Schaaaaatz…….
Gollum…..genährt und am Leben erhalten von unserer Leistungsgesellschaft.
Gollum……mit freundlicher Empfehlung all der erfolgsorientierten „geht nicht, gibt´s nicht“ Marktschreier überall……..zu allen Themen des Lebens.
Gollum…..der so perfekt Stimmen immitieren kann, dass wir eines Tages glauben, unsere eigene innere Stimme flüstere uns all diese Zweifel ein.
Zweifel daran, dass es okay ist, zu scheitern. Dass es okay ist, etwas aufzugeben. Dass es okay ist, Dinge auch einfach mal zu akzeptieren, wie sie sind. Als schicksalhaft. Als etwas, was sich unserer totalen Kontrolle am Ende entzieht.

„Etwas zu beginnen erfordert Mut. Etwas zu beenden noch viel mehr“ (Anke Maggauer-Kirsche).
Das trifft ganz sicher AUCH auf den Kinderwunschweg zu. Gedanken dazu habe ich mir so oft schon hier im Blog gemacht.

Ich glaube am Persönlichsten  in „Über uns“
und am Aktuellsten in „B.I.L.D. Dir doch mal eine Meinung“ zum Fall von Melina Rost.

Ich bin ganz sicher, dass es den meisten ungewollt Kinderlosen gelingt, irgendwann diesen Mut aufzubringen, wenn es an der Zeit ist. Mut, den Kinderwunschweg zu verlassen. Ich kenne zahllose Geschichten, die in der internationalen Blog-Community davon erzählen. Nicht nur meine eigene. Oder die von Belle. Oder der Ponderosa-Anni. Oder die vieler unserer Leserinnen.

Mut, das Scheitern hier als existenzielle Lebenserfahrung zu begreifen und in die eigene Biographie auf eine Weise zu integrieren, die einen am Ende wachsen lässt. Stärker macht. Und empfindsamer zugleich. Auch für die Schwäche und das Scheitern anderer.
Und die wenigstens der dauerhaft ungewollt Kinderlosen, die ich kenne, würden sich selber wohl als Opfer bezeichnen oder bezeichnet wissen wollen…..sondern vielmehr als Gestalter ihres eigenen Lebens. Gestalter eines Lebens, welches sich zwar nicht in allen Punkten vorausberechnen und steuern lässt – aber in welchem man am Ende des Tages die Möglichkeit hat, selber zu entscheiden, auf welche Weise man mit Verlusten und Schicksalsschlägen umgehen will.

Wibke Becker indes plaudert sich in der FAS vom 19.04.2015 „Weiss Reich Mama“ in lustiger, willkürlicher Reihenfolge quer durch sämtliche Aspekte der Reproduktionsmedizin international und ist sich auch nicht zu schade, die Kiste der Pauschalisierung und Diskrimminierung ganz weit aufzureissen, damit der Artikel auch so richtig schön knallt. Und … jetzt werde ICH mal leicht sarkastisch 🙂
Die Autorin ist ganz bestimmt eine Gute. Eine gute Weisse. Die sich jetzt mal für die Rechte indischer Leihmütter stark macht. Theoretisch zumindest. 
Für sowas … bekommt man nämlich immer Applaus. Das macht sich gut. Und ein bisschen Kapitalismuskritik kleidet ja auch jeden, ne. So wie Jeans. Die passen fast zu allem.
Dafür sei ein bisschen Polemik und die Diskrimminierung einer anderen Minderheit, nämlich die der ungewollt Kinderlosen gestattet, nicht wahr ?

Derweil….den von Frau Becker behaupteten Applaus für die Umsetzung eines unerfüllten Kinderwunsches (biologisch oder sozial begründet), mit egal welchen Mitteln, hat dagegen wohl noch nie jemand bekommen. Und schon gleich gar nicht in Deutschland ! Wenn an dem so wäre, dann würde schließlich auch nicht eine ganze Generation ungewollt Kinderloser ihre immerhin legalen 🙂 reproduktionsmedizinischen Behandlungen schamhaft verschweigen.

Unterstellen wir der Autorin mal nur das Beste. Nämlich aufklären zu wollen über zweifelhafte Hintergründe der Leihmutterschaft oder Eizellspenderinnen in wirtschaftlich schwachen Ländern…….und unterstellen wir ihrem Artikel mal keine weitaus profaneren Motive…..
Ob es dann aber zielführend ist, Leihmütter oder Eizellspenderinnen mit Prostituierten zu vergleichen ? Oder sie Brutkasten zu nennen ?
Und ob es wohl dienlich ist, kinderlose Paare, hetero- oder homosexuell, sprachlich bewusst in die Nähe von Freiern zu setzen ? Sie als angebliche Opfer zu bezeichnen, um sie in der Folge dann sprachlich zu Tätern machen zu können?
Ob es der Sache nützt, fortwährend von „den Kinderlosen“ wie von einer homogenen Gruppe wunschbesessener Ego-Freaks zu sprechen ? Ist es ausreichend in lediglich einem einzigen Satz darauf hinzuweisen, dass Leihmutterschaft in Deutschland eh verboten ist ? (So wie Eizellspende im übrigen auch ….btw) und ansonsten durch Formulierungen wie „Unmenschlich und grausam ist gerade das, was in der künstlichen Reproduktionsmedizin passiert“ munter zu suggerieren, dass hier am Ende doch all das eigentlich state of the art sei ?
Und wo ist denn das Zahlenwerk, mit welchem schließlich zu untermauern wäre, was der Artikel suggeriert: nämlich das Leihmutterschaftstourismus oder Eizellspenden die Urlaubs- und Familienplanung kinderloser Paare als ultima ratio wie selbstverständlich längst dominiert ?

Schade. Chance verschenkt.
Denn meiner bescheidenen Meinung nach ist es nicht nur legitim, sondern auch zwingend erforderlich, Themen wie Eizell- oder Embryonenspenden und auch Leihmutterschaft differenziert zu diskutieren und auch kritisch zu hinterfragen. Da sie als Angebote zugänglich sind. Wenn auch außerhalb des deutschen Embryonenschutzgesetzes.

Und…..und hier schließt sich der Kreis …. und ich formuliere mal einen alten Satz sehr frei:  Machbarkeit sollte spätestens da enden, wo sie die Freiheit, die Gesundheit und die Rechte eines anderen Menschen in einschränkender Weise berührt. Ob und unter welchen Voraussetzungen also Konzepte wie Eizellspende oder auch Leihmutterschaft dann (noch) umsetzbar sein könnten – kann, soll und muss imo gesellschaftlich und politisch diskutiert werden.

Man hätte also darüber sprechen können. Auch auf ´nen Sonntag. In der FAS.
Ohne dabei diskrimminierend und polemisch werden zu müssen.

Wie das geht ?
Vielleicht gibt Augstein ja mal ein paar Nachhilfestunden.

**************
 
Jetzt hab ich mich festgelabert…….und bin dabei noch nichtmal meinen Sempf zu #regrettingmotherhood losgeworden 🙂 Das hole ich in einem Teil (2) nach. Sonst habe nicht nur ich Ermattung – sondern gleich alle, die bis hierher schon durchgehalten haben, ebenfalls.
 
Also, I´ll be back…..und dann …. trete ich vermutlich Euch allen die Zehen blau :-)))
Meinen sich zum Thema ausschweigenden Blogschwestern *Kusswinkewinke* und jeder stummen CNBC da draussen auch. BÄMMM. Seid Ihr schon mal gewarnt 🙂
 
Im Gegenzug steht dafür unsere Kommentarfunktion jedem offen. You know 🙂 Wir moderieren hier nix weg und schalten nicht willkürlich frei oder nicht. Und ansonsten…..Notausgang. Oben rechts ist das X 🙂
 
So, und jetzt Ihr…..
 

Ich —> Bettxoxo, Isa

35 Gedanken zu „Ich habe Ermattung (1)

  1. wenn man "hart" gemeint ist, dass Reue nochmal eine andere Qualität hat als die wohl verbreitetere Ambivalenz zwischen Erschöpfung und Freude dann ja. aber hart impliziert eine Wertung – und daher kann ich mit dem Begriff nicht mitgehen. Hart im Sinne von: Reue ist eine starke emotionale Reaktion, hat enorme Konsequenzen, vor allem für den, der bereut, und der damit leben muss, dann auch ja. aber bitte wertfrei.

    ich finde, dass diese diskussion gerade für cnbc noch ganz andere aspekte bedeutet. und aus dieser brille heraus betrachte ich die diskussion ja auch. und ich finde, dass hier gerade auch wertvolle chancen "von uns" vertan werden.
    aber ich weiß, dass belle das ähnlich sieht, daher dazu später.
    ZL: ja … hauptsache, wir diskustieren es überhaupt mal 🙂

  2. Liebe Penny,

    ich finde nicht, dass "hart" klingt, wenn Frauen, die überwiegend schon sehr große Kinder haben (zumindest in dieser Studie), sagen, sie lieben ihre Kinder und bereuen die Mutterschaft.
    Ich finde auch nicht, dass "herablassend" anhört oder gar "verantwortungslos", ehrlich gesagt empfinde ich genau das Gegenteil.
    Veranwortungslos wäre es meiner Ansicht nach, wenn diese Frauen gegangen wären oder geblieben, ohne sich liebevoll um ihre Kinder zu kümmern. Beides haben sie, sofern ich nicht völlig falsch informiert bin, nicht getan. Sie blieben und bleiben, auch wenn sie persönlich unter der Verantwortung, der persönlichen Einschränkung und all den Begleitumständen der Mutterschaft leiden.
    Und "herablassend" kann ich diese persönliche Erkenntnis der Frauen noch viel weniger finden. Auch hier im Gegenteil: Das, was sie hier zugeben, wird ihnen als individuelles Versagen und als Zumutung dem Kind gegenüber angelastet. Sie machen sich damit angreifbar, sehr angreifbar sogar.
    Am wenigsten kann ich "Häme" gegenüber ungewollt Kinderlosen entdecken. Es ist kein "Ätischibätschi, ich habe etwas, was du nicht hast!", ich würde eher meinen, dass Kinderlose bei diesen Aussagen gar keine Rolle spielen. Es geht darum, dass der Zustand der Mutterschaft sich für die Frauen als falsches Lebenskonzept erwiesen hat, vielleicht mag implizit ein wenig Neid auf die Kinderlosen mitschwingen, weil die in dem wieder-ersehnten Zustand der interviewten Frauen leben, aber ich kann keine Häme in Richtung der ungewollt Kinderlosen entdecken.

    Die Tatsache, dass neben der zu erwartenden Ablehnung dieser Aussagen auch viel, viel Zustimmung zu hören ist, weist meiner Ansicht nach schlicht darauf hin, dass es noch viel mehr Frauen gibt, die so empfinden, ohne dabei schlechte Mütter zu sein, dies aber NIE gewagt hätten (oder wagen), diese Gefühle zu äußern. Was nicht bedeutet, dass sie nicht da wären, das sollten man dabei nie vergessen.

    Blüte

  3. Belle hat genug Ermattung für Teil (2) :-)) – und so gebe ich dankbar an sie ab. SHE will be back….:-) soon.

    xoxo, Isa

  4. Liebe Maren, danke schön 🙂
    Das kann ich auch nachvollziehen – ich gebe mir das geballt auch nur noch phasenweise 🙂 Und vornehmlich dann, wenn ich meine, dass es wirklich wichtig ist, eine Position zu beziehen. GLG, Isa

  5. Liebe Isa,
    wow, das nenne ich aber einen Wahnsinns-tollen Beitrag! Und ohne inhaltlich darauf einzugehen, kann ich sagen, dass ich in den vergangenen Jahren fast alles zum Thema Kinderwunsch gelesen habe, das mir irgendwie vor die Augen oder in die Hände kam. Vieles hat mich allerdings so aufgeregt, dass ich gefühlt kurz vorm Herz-Fifi stand. So viele Leute müssen irgendwelchen Quark zum Thema KiWu dazugeben, doch gute, nachdenkliche und kritische Beiträge sind relativ rar. Ich für mich habe die Notbremse gezogen und befasse mich nur noch mit wenigen bzw. auserwählten Dingen, die das Thema KiWu betreffen. Vielleicht entgeht mir da so Einiges, aber mit Sicherheit ist es gut für mein Herz. Liebe Grüße von Maren

  6. Ich auch. Also ich bin's auch. Ermattet. Genau das war das Wort, dass ich gesucht habe. Ermattet von diesem ganzen K(r)ampf, so dass ich, als ich von der 65jährigen mit den Vierlingen hörte, nur noch ungläubig mit dem Kopf schütteln konnte und mich fragte, wo darin der Sinn liegt, dass es eben dort klappt und hier bei "uns" nicht. BUT – matt oder nicht: die Antwort bleibt offen.

    Und es wundert mich auch nicht, über diese Studie aus Israel zu lesen (hier bei dir), nein, gar nicht. Ich persönlich habe das Gefühl, dass es grad irgendwie "in" ist im Kreise der Mütter, genau diese Ansicht mitzuteilen und bitte bitte, liebe Mitbürger(innen) die ihr euch wünscht, eben das zu haben, ach, soooo toll ist das auch nicht. Woran das liegt, ich weiß es nicht – eine Generationensache? Oder Erziehung? Oder der Grundtenor unserer Gesellschaft, die nie zufrieden ist, mit dem, was sie hat?

    Sag du's mir 😉

    ❤️

    1. Liebe Zweilinien,
      ich denke nicht alles, was Mütter äußern, richtet sich an Kinderlose. Ich würde in diesem Fall der Studie aus Israel viel mehr sagen, dass es sich eher NICHT an Kinderlose richtet, sondern an die Gesellschaft im allgemeinen und die Mit-Mütter im besonderen, die jede, aber auch wirklich jede, sagen wir mal "Unmutsäußerung" über Mutterschaft übel sanktioniert, weil es das nicht geben darf. Eine Mutter hat gefälligst glücklich zu sein, von morgens bis abends, egal welche Probleme es mit dem Kind oder in ihrem persönlichen Leben (sofern vorhanden) gibt. Kind ist Glück, immer, alles andere ist undankbar, unzufrieden oder noch schlimmer ein Verbrechen am Kind, das man ja schließlich gewollt hat. Zu äußern, dass man NICHT glücklich ist, ist ein Tabubruch, widerspricht dem Ideal der selbstlosen Mutter, das die Gesellschaft und nicht zuletzt die Mütter selbst, stets aufrecht erhalten. 23 Frauen, wohlgemerkt nicht mehr, haben es gewagt, etwas anderes zu sagen und die Wellen schlagen hoch. Und auch in deinen Worten klingt ja Unverständnis für diese Haltung mit, wenn natürlich auch aus einer anderen Perspektive, eben weil diese Frauen haben, was dir derzeit nicht vergönnt ist. Verständlich, ändert aber nichts an der Tatsache, dass es Frauen gibt, die so empfinden. Und gut, dass es endlich einmal möglich war, diesen Tabubruch zu begehen. Denn nur weil etwas totgeschwiegen wird, heißt es ja noch lange nicht, dass es nicht vorhanden ist, selbst wenn es gesellschaftlich nicht oppertun ist.

      Blüte

    2. Liebe Blüte,

      ja, natürlich richten sich diese Aussagen nicht ausschließlich nur an Kinderlose. Da hast du Recht. Aber ich für mich differenziere zwischen "ich bereue das Muttersein" und "ich hab ein Kind aber mir scheint deswegen nicht jeden Tag die Sonne aus dem Poppes" – denn das eine ist eine Grundeinstellung und das andere eine Tagesverfassung.

      Ich hege nicht das Ideal der "selbstlosen" Mutter, nein, ich bin der Meinung, jeder Frau ist mehr als "nur" Mutter oder "nur" Ehefrau oder "nur" wasauchimmer.

      Aber ein Kind, sein Kind zu bereuen – das geht nicht in meinen Kopf und es schmerzt in meinem Herzen – denn wenn ich mir vorstelle, dass meine Mutter sagen würde: ich bereue, dich bekommen zu haben – also, ich glaube, das wäre wirklich schrecklich.

    3. ganz, ganz kurz – da auf dem Sprung. Hier wird die MUTTERSCHAFT bereut nicht das individuelle KIND, nicht die Person. Das ist ein Unterschied. Und es ist eine Ambivalenz, die man aushalten muss.
      Am Ende kann man jede Lebensentscheidung bereuen. Auch die, Mutter geworden zu sein. Aber das ist ein Tabu. Warum? Weil genau hier das Idealbild der Mutter greift. Unter dem übrigens nicht zuletzt auch Kinderlose leiden. 2 Seiten der selben Medaille. LG, Isa

    4. Ich pflichte ZweiLinien trotzdem bei, denn auch ich steige nicht dahinter, wie ich meine Mutterschaft bereuen sollte ohne mein Kind zugleich nicht zu bereuen. Das ist schwere Kost für mich. Und ganz ehrlich: Ich bekomme das auch absolut nicht gradegerückt in meiner Hirse. Wie geht das? Und warum ist es eigentlich in der heutigen Zeit immer so, dass es abgefeiert wird, wenn man lautstark sagt, dass man die Entscheidung Mutter zu werden bereut? Nur weil dadurch ein weiteres Tabuthema gebrochen ist? Nur weil es sich für den Feminismus chickt immer und überall was Nachteiliges offen kundtun zu können? Mich nervt das tierisch und ich kann den Unmut derer, die sich sehnlichst Nachwuchs wünsch(t)en gut verstehen.
      Ich hatte diesen Herzenswunsch, der sich mit Kampf und Kraft letztlich erfüllte. Ich wusste vorher was Mutter sein bedeutet.
      Ich kann mit diesen weinerlichen Frauen, die sich ständig jammern und beklagen wie anstrengend das doch alles ist, nichts anfangen. Da dreh ich mich postwendend kopfschüttelnd um und bin weg.
      Darf ich das sagen? Bin ich jetzt anderen Müttern gegenüber illoyal?
      Ist es noch gesellschaftskonform und emanzipiert, wenn ich sage: "Ich liebe es Mutter sein zu dürfen?"

    5. hilf mir penny….wo wird es abgefeiert ? und wo haben vorher schonmal frauen den mut besessen, zu sagen, dass sie die mutterschaft bereuen ? wir reden ja hier nicht von den jammermenschen, die als fleischgewordene lamoyanz ALLES bejammern, weil sie dies als betriebstemperatur einfach brauchen. bislang kann ich kaum ein abfeiern für diese aussage jetzt aktuell lesen. sie kriegen mehrheitlich auf die fresse.
      ich schreib mein post, ich kriege das nicht alles in die kommi-funktion, was ich dazu zu sagen habe..:-) und btw….DEN feminismus gibt es nicht 😉

    6. nur eins noch vorweg. was hat MEINE ungewollte kinderlosigkeit damit zu tun, dass eine andere mutter ihre mutterschaft bereut ? Warum sollte ICH deswegen unmut haben ? das hat mit mir NIX zu tun. es sei denn, ich brauche sie als projektionsfläche ! 😉
      LG, Isa

    7. nee nochmal @penny….wer mutterschaft bereut, bereut die ENTSCHEIDUNG für sein kind – einerseits. und in ihrer vorstellung !! (das bleibt am ende eh theoretisch) hätten sich einige retrospektiv anders entschieden…..dennoch…. lieben sie ihr reales kind ausnahmslos. es geht nicht um fehlende liebe dem kind gegenüber !

    8. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich es schrecklich finde, wenn gesagt wird: ich bereue die Mutterschaft. Schrecklich, weil ich mich frage, wie sehr es ein Kind Schmerzen muss, dessen Mutter so eine grundlegende Aussage trifft. Der Rest der Menschheit, ob Eltern oder kinderlos, ist da doch eigentlich egal. Denn jeder von uns ist das Kind seiner Mutter, oder?

    9. worin genau besteht denn da der schmerz ?
      ist es denn nicht viel wesentlicher, von seiner mutter GELIEBT zu werden, als dass diese ihre GESELLSCHAFTLICHE MutterROLLE auch unbedingt töfte fand ? denn DARUM geht es in der studie….

    10. Du hast Recht, Isa, die breite Masse ist darüber empört, aber es gibt dann eben auch die andere Seite, eben diejenigen, die "bewundernd" Beifall klatschen, weil diese Frauen so offen sind. Und dieses Offenheit allein macht mich echt rasend. Natürlich ist es legitim eine Entscheidung generell bereuen zu dürfen und vermutlich fühle ich mich da persönlich ziemlich von be- und getroffen, weil es sich so herablassend und letztlich auch verantwortungslos anhört. BEREUEN. Das klingt so hart. Findest du nicht?
      Und ich interpretiere da eine gewisse Häme rein. Häme gegen all die ungewollt Kinderlosen, denen sie seufzend sagen: "Najaaaa…so doll isset nich'!"
      Sie haben Beides. Kennen ein kinderloses und ein Leben mit Kindern. Da ist es leicht dahergesagt, dass man etwas bereut, was man jetzt hat.
      Wenn du dich da ganz und gar nicht angesprochen fühlst, umso besser. Aber du bist eben auch sehr stark und selbstreflektiert und sowieso großartig.
      :-*

    11. Ich sehe da diese Trennung nicht – Reue über Mutterschaft und gleichzeitig Liebe zum Kind kann ich nicht in Einklang bringen. Ist für mich ein Widerspruch.

    12. ich denke nicht, dass es da um ungewollt kinderlose geht. oder gar um häme….
      man muss eins mal mitbedenken. bei den zitierten 23 frauen handelt es sich um STUDIENTEILNEHMERINNEN, die einer wissenschaftlerin im interview auskunft gegeben haben. die haben sich nicht medial zur schau gestellt, das ganze nicht bei twitter oder auf blogs breitgetreten….
      ich weiß nicht, ob ich wirklich so stark bin 😉 – ich bleibe da einfach bei MIR und wenn mich was triggert, dann guck ich halt genauer hin. auch bei MIR.

      2linien-Hase…das ist sicher für viele gefühlt ein widerspruch. aber das heisst nicht, dass die betroffenen frauen es dennoch genau so fühlen ! du gehst nicht in ihren schuhen….;-)
      und mitleid mit den kindern…geht´s Dir darum wirklich? Oder geht´s Dir nicht auch noch um was ganz anderes, was dich da triggert….

    13. Ich spreche ihnen ja auch nicht ab, dass sie wirklich so fühlen – aber ich verstehs halt nicht. Sicher – und da hast du recht – weil ich nicht in ihren Schuhen gehe. Das kann ich eben nicht, weil ich keine Mutter-Schuhe habe.

      Und ja, öffentlich gemacht hat es eine eine Studie mit Studienteilnehmerinnen – aber dadurch gibt es doch die Diskussion (wie hier) unter Nicht-Studienteilnehmerinnen von denen eben viele diese Aussage nachvollziehen können. Und andere eben nicht.

      Ich habe wie gesagt, keine Mutter-Schuhe, aber ich bin selbst (wenn auch erwachsen) immer noch Kind meiner Eltern. Und aus dieser Sicht finde ich die Aussage mit der Reue ziemlich hart.

      Ich glaube nicht, dass mich hier Neid triggert, falls es das ist, worauf du hinaus willst. Ich beneide niemanden der im Gegensatz zu mir ein Kind hat – auch keine 65jährige mit Vierlingen – mein Neidgefühl ist auch ermattet.

      Vielleicht eher, dass ich mich so fühle, dass ich eben als Kinderlose besser keine Meinung zu Mütter-Themen haben sollte und am besten nicht, wenn ich sie spät abends, mit Kopfweh und nach einem ätzenden Tag im Büro deiner Eloquenz entgegenstelle :-*

      Gibt's noch ne Steigerung von ermattet?

      Da mein Akku nur noch 5 % hat und ich scheinbar im Moment nicht die richtigen Worte finde, drück ich jetzt fix nochmal auf veröffentlichen.

      Trotz konträrer Ansichten – danke Isa-Schatz fürs positionieren, dort wo ich es nicht kann. Du siehst du rüttelst…
      und ist das nicht der Sinn dieses Blogs 😉

      LG und Umarmung
      ZL

  7. DANKE. Wieder einmal. Du bist schlicht atemberaubend.

    Ich muss zugeben: Die Schwangerschaft der 65jährigen ist mir aufgestoßen. Bitter. Sie: 65. Ich: 28. Sie: Schwanger. Mit Vierlingen. Ich: Nix schwanger. Obwohl jung (ja, das wird oft und viel hervorgehoben von Seiten der Ärzte… Was nützt's?!). Und gesund. Wobei ich hier der 65jährigen Dame nicht unterstellen will nicht gesund zu sein. Jedenfalls: Es MUSS doch machbar sein. Bei mir. Man MUSS mich doch schwanger bekommen. Und diese Schwangerschaft MUSS (über kurz oder lang) in der Geburt meines Kindes enden….

    Tja. MÜSSEN tut hier schon mal gar nix. Keine Ahnung was letztlich den Ausschlag gibt. Wer oder was entscheidet. Über "Erfolg" und "Misserfolg". Glück? Ärzte? Durchhaltevermögen? Und hier sind wir wieder an dem von dir genannten Punkt: MachbarkeitsVERSPRECHEN…. Es. Kann. NIEMAND. Versprechen.

    Und aufgeben? Mit 28? Die spinnt wohl…..

    Naja.

    Auch ich sage: Teil 2 her. Aber zackig 😛 Hätte ich auch gleich an einem Stück weiter gelesen. Ganz sicher.

    Ich waaaaaarte 😉

    1. liebste dscheyy bee…das ist ehrlich ! und ehrlich mit sich selber bringt einen am schnellsten aus jeder sackgasse.
      xoxo, Isa

    1. donnerwetter !….oder das war ein donnerwetter ? :-))
      das echte donnerwetter habe ich mir ja eigentlich aufgespart.
      aber belle kann auch sehr schön donnern 🙂 noch viel schöner sogar.
      also kommt sie zurück für teil 2
      xoxo, Isa

  8. Ich sage einfach nur: Genau so! Dem ist nichts hinzuzufügen!
    Auf Teil 2 bin ich sehr, sehr gespannt, ich hatte schon überlegt, ob ihr dazu wohl etwas anmerken würdet.
    Blüte

    1. gerne 🙂 ich fand den Artikel unbedingt lesenswert, den MUSSTE ich einfach teilen. LG, Isa (Ich hoffe, Dir geht´s gut?!)

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