Warum eine Diät besser ist, als sich den Fuß zu amputieren…

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geschrieben von Isa:

 

Rainer Sturm  / pixelio.de
 

Morgen ist Mittwoch – Mittwochs ist im Wonderland Tag der Starken Stimmen.

Daher flott von mir heute noch dazwischengeschummelt die Erklärung, wie man etwas loslässt. *Yiihaaa*

Natürlich gäbe es ziemlich viel dazu zu sagen.
Aber eine wesentliche Teil-Antwort darauf kann ich für Isa-Verhältnisse tatsächlich relativ kurz und knapp geben 🙂  Außerdem scheint draußen endlich wieder die Sonne und in einer Stunde
habe ich eine kleine Gruppe erlebnishungriger Kundinnen zu bespassen 🙂

Natürlich handelt es sich nicht um DIE Antwort auf alle Fragen zum Thema „Abschied vom Kinderwunsch“ – das dürfte klar sein, aber ich sag´s besser dazu ! Da gehört noch einiges mehr dazu….Nevertheless… es handelt sich um ein ziemlich effektives und pragmatisches Tool – sozusagen.
Und das eine oder andere Tool braucht man am Anfang – denn wenn man den Hammer aus der Hand legt muss man sich anfangs an was anderem festhalten können.
Welcher Hammer jetzt ? Warte noch kurz…..das erklärt sich gleich.

Also …. Wie lasse ich los ?

–> Streng genommen erstmal... eigentlich gar nicht.

Ja…nix jetzt *HÄÄÄ?* 🙂

Wenn Du erklären können wollen würdest, wie „loslassen“ geht, dann müsstest Du eigentlich auch „festhalten“ erklären können. Oder ?

Kannste ?

Vermutlich nicht. Falls doch, lasse es mich wissen 🙂
Also ich kann´s nicht direkt erklären. In beiden Fällen handelt es sich nämlich nicht um direkt beobachtbare Ereignisse. Es handelt sich nicht mal im klassischen Sinne um Konstrukte*.

*Konstrukte sind eine gedankliche Hilfskonstruktion der psychologischen Forschung, für bestimmte psychologische Begriffen zur Bezeichnung und Erklärung der Beziehungen zwischen
Dingen und / oder Ereignisse oder Zustände, die der unmittelbaren
Beobachtung nicht zugänglich sind, sondern nur mit Hilfe von
beobachtbaren Ereignissen (Reize, Reaktionen) erschlossen werden können. Quelle: http://lexikon.stangl.eu/87/konstrukt/ © Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik).
Angst ist demnach ein Konstrukt zum Beispiel.

Wir sprechen auch beim Loslassen wie Festhalten nicht über unmittelbar beobachtbare und beschreibbare Tätigkeiten oder Verhaltensweisen….jedenfalls nicht insoweit wir nicht reden über: „Halte bitte den Hammer fest und lass ihn nicht los. Er könnte dir auf den Fuß fallen.“

Aber auch im übertragenen Sinne gibt es durchaus Leute, die schmeissen sich fortwährend den Hammer auf den Fuß. Die in Folge dessen immer wieder auf´s Neue entstehenden Schmerzen werden nach Abwägen sämtlicher Möglichkeiten dann manchmal durch Fußamputation beseitigt. Zu beseitigen versucht. Sicher…..das kann man so machen….:)

Sehr viel zielführender und weniger invasiv wäre in dem Beispiel allerdings, den Hammer aus der Hand zu legen. Ihn loszulassen. Ihn bewusst ! loszulassen 😉
Fingerchen aufmachen und sicher irgendwo ablegen das Ding.

Jetzt ist das leider auf weniger greifbare (und damit nicht unmittelbar beobachtbare Situationen) – und über die reden wir ja, wenn wir hier über´s Loslassen sprechen – aber eben nicht ganz so einfach übertragbar.
Wie lasse ich also…den aktiven Kinderwunsch, eine unglückliche Liebe, eine destruktive Freundschaft, einen langgehegten Traum, ein schon lange bearbeitetes aber nicht erfolgreiches Projekt, bestimmte Glaubenssätze tbc …. los ? Jedenfalls vom Ergebnis her betrachtet ? Und nur von dort aus gesehen kann ich es eigentlich rückwärts beschreiben.

Betrachten wir das vorher aber nochmal kurz aus einem anderen Blickwinkel, ja?
Warum nimmt – ergänze hier wahlweise: der aktiven Kinderwunsch, eine
unglückliche Liebe, eine destruktive Freundschaft, ein langgehegter
Traum, ein schon lange bearbeitetes aber nicht erfolgreiches Projekt, bestimmte Glaubenssätze tbc …. so viel Raum in Deinem Leben ein ?

???

Weil Du dieses Thema mit Deiner Energie am Leben erhältst.

Mit jedem einzelnen Deiner Gedanken ernährst Du es !

Wenn Du also vom Ergebnis her betrachtet etwas loslassen willst – sprich, erreichen möchtest, dass es in Deinem Leben keinen Raum mehr einnimmt – dann musst Du diesem Thema …. die Energie abziehen.

Und deshalb funktioniert „Abschied vom Kinderwunsch“ auch nicht theoretisch….durch intellektuelle Auseinandersetzung und permanentes zwangs- und angstgedankliches Umkreisen eines möglichen Endes – immer in der Hoffnung, man möge dann eines Morgens aufwachen und der erhoffte innere Frieden habe sich endlich eingestellt und man hat den aktiven Kinderwunsch hinter sich gelassen, so dass man DANN beschwingt und befriedet den Kinderwunschweg verlassen kann.
Funktioniert.so.rum.NICHT.
Egal wie lange das eine(r) versucht 🙂

„Abschied vom Kinderwunsch“ ist aktiv. Muss praktisch vollzogen werden. Und er beginnt mit einer bewussten Entscheidung DAFÜR. „Draw your line in the sand“.

Und zu dem, was dann kommt, gehört es auch, die bisher aufgebrachte Befassungsenergie abzuziehen. Und dazu gehören sämtliche Aktivitäten aber vor allem auch Gedanken an DAS bisher fast alle Lebensbereiche mehr oder weniger mitbestimmende Thema.

Das kann auf zwei ganz simple aber effektive und sehr unterschiedliche Arten funktionieren, die man am Besten kombiniert:

1.  Stille schaffen.
Und dies ist die Erklärung warum Mediation und Yoga so hervorragende Wegbegleiter im Abschied vom Kinderwunsch sind – und nicht nur im Abschied vom Kinderwunsch btw 😉
Weil sie nämlich die Fähigkeit trainieren, NICHTS zu denken und wirklich jeden Gedanken für eine bestimmte Zeit auszuschalten.

2. Gedanken beobachten und aktiv umleiten
Beobachte Deine Gedanken. U.a. Sabrina Fox hat im Zusammenhang mit der Beobachtung von „Sorgen“ mal den Rat gegeben, diese mittels eines Handzählers über den Tag zu erfassen – für einen bestimmten Zeitraum.
Klicke doch mal in Tageseinheiten für einen bestimmten Zeitraum jeden auftauchenden Gedanken an das Thema „aktiver Kinderwunsch“.
Das gibt Dir ein gutes Gefühl dafür, wie oft Du Dich tatsächlich im normalen Alltagsleben damit beschäftigst. Wieviel Energie Du in die Sache hinein gibst. Okay, ob es Dir ein GUTES Gefühl gibt, weiß ich jetzt nicht so genau, denn das Ergebnis kann Anfangs erschreckend sein 😉 Selbst bei denen, die gerade „Kinderwunsch-Pause“ machen.
Auf jeden Fall gibt es Dir einen sehr guten Überblick darüber, wo Du eigentlich (energetisch) stehst.

Dann beginnst Du damit, jeden auftauchenden Gedanken damit abzubrechen, dass Du Dich BEWUSST sofort gedanklich mit etwas anderem beschäftigst. As simple.
DENKE an etwas anderes.
TUE etwas anderes.
Gib Deinem Verstand etwas anderes zum Nagen. Müssen ja nicht zwingend rohe Möhren sein.
Lecker geht auch 🙂 Hülft sogar viel besser !

Mit anderen Worten: setze das, was Du hinter Dir lassen möchtest, auf eine Energie-Diät.

Habt ´nen schönen Dienstag.

Isa 

5 Gedanken zu „Warum eine Diät besser ist, als sich den Fuß zu amputieren…

  1. Ja…ich glaube auch dass man es erleben muss :/ verdammt. Aber ja ja ja es klingt logisch. Und gut.
    Und ich gebe es (zähneknirschend und reumütig) zu, nach dem ich mich schon (für mich so lange) immer mal wieder mit dem möglichen Ende der Kinderwunschzeit auseinandersetze, habe ich manchmal wirklich immer noch nur den Wunsch, eines morgens aufzuwachen und sagen zu können – jey geschafft.
    Dass das so nicht funktionieren kann ist mir klar, aber ich wünsch es mir so. Nutzt nix dass mein Blog so heißt oder?
    Drücker :*

  2. Ja! Ja! Ja! Es ist so wahnwitzig, wie du genau das, was mir gerade passiert, immer so exakt auf den Punkt bringst – genau das habe ich getan: den Kinderwunsch auf Energie-Diät gesetzt und die gewonnene Energie woanders hin investiert. Ich habe meine Linie im Sand gezogen – und genau das war der Punkt, wo das Leben wieder bunt wurde.

    LG
    Fi

  3. Ich mag es 🙂 Das ist so pragmatisch und ein ganz konkretes "Tool" ! Wo findet man das sonst, als hier ? Nirgendwo. Ich finde es sehr erleichternd, dass endlich mal nicht jemand sagt, Du musst aber 150 Räder schlagen und Du musst sie vor allem RICHTIG schlagen, sonst wird das nie etwas mit der Trauerarbeit und der Heilung. Ich fand Deinen Text über Trauer schon so wahnsinnig befreiend ! Unverkrampft. Undogmatisch. Überhaupt 🙂 Ein riesiges DANKE !!!

    1. Danke Dir ! 🙂
      Viele Wege führen nach Rom. Das ist das eine. Das andere ist, dass ich finde, dass schon während des aktiven Kinderwunsches zu viel Dogmatismus, Verbote, Regeln, Ratschläge…und dieses "alles richtig machen wollen/müssen" vorherrscht. Genauso wenig, wie es dort etwas verloren hat, hat all das im Abschied vom Kinderwunsch verloren.
      Außerdem liebe ich es pragmatisch 🙂 Emotionale Arbeit bleibt sowieso nicht aus. Da darf man es gerne dort einfacher machen, wo immer es geht. Finde ich 🙂
      xoxo, Isa

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