Bis dass Deine Schwangerschaft uns scheidet ?!

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Das Ende aller Freundschaft? – geschrieben von Isa –

Kinderwunsch und Schwangerschaft: Wenn das gemeinsame Ziel zum Trennungsgrund zwischen ehemaligen Weggefährtinnen wird, dann herrscht oft Ratlosigkeit und Verletztheit auf beiden Seiten. Doch ist es wirklich die große Überraschung, wenn es dazu kommt? Oder ist es nicht vielmehr absehbar?
Und ist das wirklich so schlimm?

Die Stärke der Kinderwunsch-Communities

Die Kinderwunsch-Community lebt von einem simplen Grundsatz. „Misery loves company“ oder auf gut Deutsch „Niemand ist mit seinem Schmerz gerne alleine“.

Da unerfüllter Kinderwunsch ein Thema ist, mit welchem man im RL oft relativ alleine da stehen kann und über welches Viele dort offen nur sehr selektiv sprechen, ist die Bedeutung der Online-Gemeinschaft für die meisten während des Kinderwunschwegs (manchmal über Jahre) groß.
Da sind endlich andere – mehrheitlich Frauen – , die verstehen, was man selber erlebt.
Die einen unterstützen. Die mit einem hoffen, mit einem wütend oder traurig sind und auch mit einem lachen… über den ganz normalen Wahnsinn, den man im Kinderwunsch-Zirkus so erlebt.

Darüber, dass man vom Testen nicht schwanger wird und darüber, dass die Apothekerin um die Ecke zur Dealerin des Vertrauens wird.
Darüber, dass man sich auf Restauranttoiletten oder zwischen zwei Meetings Spritzen in die Bauchdecke rammen und anschließend mit Pokerface wieder im Besprechungsraum oder am Tisch Platz nehmen kann. „War was?“ „Nö. Und sonst so?“
Man macht Witze über Hamsterpipi (M*nogon), über Fressflashs und Wutausbrüche.

Man empfiehlt sich gegenseitig Kliniken, Homepages und Globulis, verschickt Tees durch die Republik, leiht sich gegenseitig Bücher und verteilt virtuelle Taschentücher oder Herzen aneinander, versendet aufmunternde WA oder verschickt kleine Ich-denk-an-Dich-Karten oder Trostpäckchen und erhält eben solche zurück.

Dieser unglaubliche und enorm wertvolle gegenseitige Support während der gemeinsamen Warteschleifen funktioniert in öffentlichen und geschlossenen Foren, in FB-Gruppen, in der Blogger-Gemeinschaft oder WA-Gruppen so.
Dort wo die Struktur es zulässt, werden oft unterschiedliche Bereiche geschaffen. Die heißen dann „Hibbeln“, „Endlich schwanger“ und „Endlich Mutter“ oder so ähnlich. Manchmal gibt es dann noch den Raum „Abschied“ oder „Leben ohne Kind“. Das sind die Bereiche, in denen – o.m.G. – keine(r) enden will und die auch relativ unbelebt sind. Weil die, die sie eines Tages nutzen könnten, es vorziehen, sich über kurz oder lang abzumelden. Aus Gründen.

Die unterschiedlichen Bereiche in Foren entsprechen einerseits dem Bedürfnis nach einem sicheren Raum. Sie sorgen dafür, dass Langzeitkinderwünschende und/oder Frauen nach Fehlgeburten nicht ungewollt und unvorhergesehen über Jubelpostings „Hurra schwanger“ oder die geschmacklich sicher diskussionswürdigen Signatur-Banner „Emilia-Josephine – noch 52 Tage bis zur Geburt unserer Prinzessin“ fliegen …. und ermöglichen Schwangeren, sich ohne Rücksichtnahme auf die Gefühle ihrer ehemaligen „Kinderwunsch-Schwestern“ über Sodbrennen, Rückenschmerzen und Kinderzimmereinrichtungen aber auch Ängste und Sorgen austauschen können. Denn auch eine Schwangerschaft löscht nicht einfach so das Trauma einer langen Kinderwunsch-Zeit aus. Handelt es sich gar um eine Folgeschwangerschaft sind die Ängste gerade Anfangs groß.

Genauso funktionieren auch die Blogrolls, die manche Blogger nach ähnlichen Kriterien erstellen und wo die Blogs anderer je nach Statusmeldung „Kinderwunsch, schwanger, Mutter“ verschoben und manchmal auch hin und her geschoben werden.

Die Grenzen des gegenseitigen Supports

So weit – so gut – so sinnvoll!

Das alles schweißt zusammen. Gar keine Frage. Und manche mögen sich denken, da passt kein Blatt mehr zwischen. Zwischen diese Frauenfreundschaften.
Nun, ein Blatt vielleicht nicht. Aber eine Schwangerschaft und vor allem ein Kind geht oft locker dazwischen.

Gerade die verschiedenen Bereiche, eigentlich mal aus Rücksichtnahme erdacht, lösen vor allem bei Langzeitkinderwüschenden nicht selten Gefühle von Neid bis Verzweiflung aus und können einen Competition-Charakter schaffen. Von „sich übrig geblieben fühlen“ liest man dann oft, von dem Gefühl, zu den „Verlierern“ zu gehören. Allein darüber gäbe es jetzt viel zu sagen – aber das verdiente ein eigenes Posting.

Die Neuen in den verschiedenen Gemeinschaften verfolgen noch begeistert jeden Schwangerenblog und jeden Mütter-Thread mit – nicht weil sie besonders großzügig oder die besseren Supporterinnen oder Freundinnen wären – sondern weil der eigene Schmerz noch nicht so tief sitzt, die eigene Hoffnung noch groß ist und die Überzeugung, man selber „gehöre auch bald dazu“, noch dominiert.

Der Rückzug von Schwangeren und Müttern

Diejenigen, die schon lange auf dem Weg unterwegs sind und bereits eine Vielzahl von Enttäuschungen und Schmerz bis hin zu traumatischen Erfahrungen gesammelt haben, ziehen sich dagegen immer öfter zumindest phasenweise zurück und verfolgen den Blog einer Neuschwangeren entweder nur noch selten(er) kommentierend, stumm lesend oder gar nicht mehr.

Und … um bitte mal ganz klar zu sein an diesem Punkt: Das ist auch völlig in Ordnung so. Man nennt das auch gesunde Selbstfürsorge! Die eigene emotionale Belastbarkeit anzuerkennen und sich nicht mehr Triggern auszusetzen als unbedingt nötig ist richtig und wichtig.

Darüber hinaus gibt es Themen, zu denen kann man sich auch wirklich nur halbwegs sinnvoll äußern, wenn man eigene Erfahrungen dazu beitragen kann. Und … es gibt Themen, für die interessiert man sich – to be honest – auch nur, wenn man selber davon betroffen ist.

Schwangerschaft: Unverständnis und verletzte Gefühle 

Überraschenderweise reagiert manch Schwangere geradezu beleidigt auf diesen Rückzug …. und fordert die ihr ihrer Meinung nach zustehende Aufmerksamkeit und Anteilnahme regelrecht ein. Da wird sich manchmal sogar nicht gescheut, tief in die Trickkiste ‚emotionaler Erpressung‘ zu greifen.
Der Rückzug ihrer ehemaligen Weggefährtinnen wird persönlich genommen, weil sie selber als Person gesehen werden wollen und nicht plötzlich als „Schwangere.

Verwirrt? Ja, das ist auch verwirrend, weil….

Einerseits ist das natürlich nachvollziehbar –  aber es ist eben auch doppelbödig. Denn all die Jahre vorher hat sich das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinderwunschfrauen genau auch daraus genährt: Das gleiche Schicksal zu teilen. Nicht schwanger zu werden. Zusammen gegen den ignoranten, ‚fruchtbaren‘ Teil der Welt zu stehen.

Oft sind es gerade die Schwangeren und Mütter, die sich ihre eigenen negativen Gefühle als Kinderwunschfrau selber nicht gestattet haben und die sich immer wieder schlecht fühlten, wenn sie Gefühle wie Neid oder Wut oder einfach nur Trauer statt echter Mit-Freude empfanden, weil diese Emotionen so gar nicht ins eigene Selbstbild passten. Diese Frauen nehmen es ihrerseits oft besonders übel, wenn jemand anderes mit Rückzug auf ihren Statuswechsel zu „schwanger“ reagiert.

Dann gibt es da noch die Gruppe derer, die als Kinderwunschfrauen am lautesten getobt und die quasi Gift und Galle gespuckt haben … über (vermeintlich) rücksichtslose schwangere Freundinnen, Kolleginnen, Bloggerinnen und Forenschwestern. Die, die man fortwährend aufbauen musste. Genau die haben ebenfalls oft die Erwartungshaltung, jede(r) möge sich doch bitte angemessen mit freuen und weiter beteiligt zeigen. 

In einem Kontext, in dem die eine oder andere Freundschaft im RL schon nicht überlebt hat, wenn eine von zweien plötzlich Mutter wird, besteht nun plötzlich die Erwartungshaltung, online möge das doch bitte anders sein. 

Mmmhhhhmmmm….Finde den Fehler 🙂

Was Schicksalsgemeinschaften sind – und was sie nicht sind

Vielleicht wäre es hilfreich hier mal, quasi kollektiv, von Anfang an die Erwartungshaltungen runter zu schrauben und zu akzeptieren, dass Schicksalsgemeinschaften vor allem genau das sind, was sie im Wortsinn bedeuten: Nämlich Gemeinschaften von Betroffenen, die sich gegenseitig in einer harten Zeit beistehen. Und das ist wertvoll. Und so wichtig. 

Warum müssen sie denn noch mehr erfüllen, als genau das?

Und warum erwarten ausgerechnet die, die es doch eigentlich besser wissen müssten, von ihren ehemaligen Schicksalsgenossinnen plötzlich Rücksicht, Anteilnahme, eifriges Kommentieren, Mit(er)leben und weiteren Support – in einer Phase, wo dies nur von wenigen derart geleistet werden kann? Und sind ihrerseits scheinbar mit einer Art Kinderwunsch-Teil-Amnesie gesegnet, die zu einer ganz erstaunlichen Rücksichtslosigkeit führt?

Da werden in Foren plötzlich Ultraschallbilder und Geburstanzeigen (versehentlich?) in geschützen Räumen gepostet, schlaue und vor allem ungefragte Ratschläge verteilt oder in völliger Euphorie ob des eigenen Wunders auf einmal Durchhalteparolen ausgegeben, die die Verfasserin derselben noch wenige Wochen zuvor dazu veranlässt hätte, im Stahl in einen Thread zu brechen.
Oder ist das Schwangeren-Demenz? Man weiß es nicht 🙂

Wie ein Langzeit-Kinderwunsch-Mann über das Thema ungefragte Ratschläge und Durchhalteparolen denkt, hat übrigens neulich Helge vom Vaterwunsch-Blog wunderbar beschrieben.

Hoffnung für die Freundschaft?

Irgendwann, wenn Langzeitkinderwünschende, die kinderlos bleiben, Abschied genommen haben und in ihrem Leben als dauerhaft, wenn auch ungeplant Kinderlose angekommen sind, dann ist eine Wiederannäherung ehemaliger Freundinnen und Weggefährtinnen sogar manchmal wieder möglich.
Vor allem dann, wenn auch die zur Mutter gewordenen Freundin bereits oder zumindest zeitgleich aus ihrem Babykokon aufgetaucht ist und die Außenwelt wieder ohne rosa Filter wahrnimmt.

Die eine oder andere Freundschaft im RL lässt sich dann sogar wieder beleben.
Für die meisten Online-Freundschaften dürfte es dann i.d.R. aber zu spät sein.

Ich erlebe übrigens gar nicht so selten, dass das Verständnis von Müttern, die keine eigene Kinderwunschgeschichte hinter sich haben, gegenüber CNBC größer sein kann, als das ehemliger KiWus, die (noch) Mutter wurden. Denn letztere empfinden sich aufgrund ihrer eigenen Biographie oft als Expertin für den Kinderwunschweg per se. Dabei vergessen sie dann aber, dass ihre Erfahrungen im Gegensatz zu denen, die den Weg weiter gehen oder ihn sogar irgendwann mit Ausfahrt Wonderand verlassen, mit der Schwangerschaft/Mutterschaft enden!

Jeder weitere Schritt, den eine andere auf diesem Weg weiter geht, entzieht sich ihrem eigenen Erfahrungshorizont. Glaubenssätze wie: „Also, ich hätte mich niemals damit abfinden können, kinderlos zu bleiben“ oder „Also, ich hätte mich ganz sicher damit abgefunden“ sind nichts anderes als … Glaubenssätze. Sie müssen den Realitätstest niemals mehr bestehen.
Daher sind sie inhaltlich für CNBC völlig irrelevant und gehören in keine einzige Kommunikation. Mit solchen Aussagen geht man denen, die mit dem A*sch noch in der Hölle sitzen, nur mächtig auf die Eierstöcke. Bestenfalls.

Der einzige Freundschaftsdienst, den man sich gegenseitig manchmal noch tun kann, besteht darin, zu respektieren, dass manche Wege sich – zumindest temporär – trennen. Nicht jede Freundschaft überdauert die Zeit. Und dafür braucht es nicht mal einen Kinderwunsch und eine Schwangerschaft als „Trennungsgrund“ 😉

Die Tatsache, einen Weg nicht gemeinsam weiter zu gehen wertet die gemeinsame Vergangenheit ja nicht ab.
Wertschätzen was war und loslassen, was nicht mehr sein kann oder ist bringt Frieden. Allen Beteiligten.

Mein Fazit

Reale Erwartungshaltungen und Verständnis füreinander – auch und gerade dann, wenn die Wege sich (wieder) trennen – können dazu führen, dass Türen angelehnt bleiben, statt irgendwann mit einem lauten Knall und endgültig in’s Schloss zu fallen.

Das war – nach langer Zeit – mal wieder mein Wort zum Sonntag 🙂

Und…wie denkst Du darüber?
Hast Du ähnliche oder ganz andere Erfahrungen damit gemacht?

Einen guten Start in die Woche

xoxo, Isa

15 Gedanken zu „Bis dass Deine Schwangerschaft uns scheidet ?!

  1. Liebe Isa,
    ich schätze deine geradeause Art sehr und finde, du hast das Thema einfach wahnsinnig gut auf den Punkt gebracht mit all seinen „müsste-ich-nichs?“. Habe mir auch lagen eingeredet, ich müsste mich mit frisch Geschwängerten doch mitfreuen, Konfetti-werfend mitgrinsen und ständig nachfragen, wie es denn der werdenden Mutter geht und bin dabei über meine eigenen Gefühle hinweggelatscht – ohne es zu merken. Und wie soll man auch schon antworten auf Fragen wie ‚Ist das ok für dich, wenn du das hörst?‘ – hier sollte man ehrlich antworten. Aber eben, welche Schwangere will schon hören ‚Du, sorry, aber erzähl das doch deinen Co-Schwangeren.‘ Da ist das Ende der Freundschaftsfahnenstange schnell erreicht. Dein Beitrag macht Mut, zu seinen Gefühlen zu stehen, egal wie unpassend sie manchen erscheinen mögen. Sehr sehr sehr sehr gut tut mir, diese Seite gefunden zu haben – ENDLICH habe ich auch eine Gruppe gefunden und bin raus aus dieser ‚off-Position‘. Ganz viele von Herzem kommenden Dank an Euch dafür!!!
    Mia

    1. Liebe Mia,

      es freut mich sehr, dass Du hier im Wonderland einen kleinen Hafen gefunden hast, an dem Du anlegen kannst und Dich wiederfindest! Vielen lieben Dank für Dein Feedback und alles Liebe für Dich!
      Isa

  2. Liebe Isa,

    schickes, neues Wonderland-Outfit! Gefällt mir sehr gut – ganz viele „Daumen hoch“ dafür. Noch mehr Daumen, Herzchen oder Sterne (ganz wie du magst) möchte ich für diesen tollen Beitrag verteilen. In 6 Jahren Kinderwunsch habe ich im RL und im VL so ziemlich die ganze Bandbreite dessen gesehen, was du beschreibst, wenn man im Kinderwunsch drinsteckt. Ich habe die Ausfahrt ins Wonderland genommen, nicht freiwillig, aber ab einem gewissen Punkt selbstbestimmt.
    Ich habe festgestellt, dass sich einige meiner RL-Freundschaften durch diese Thematik verändert haben, manche haben sich gelockert, manche sehr gefestigt – nur eine einzige hat es (nach aktuellem Stand) nicht „überlebt“.
    Die Kinderwunschschicksalsgemeinschaften sind ein einzigartiges Gefüge mit einer ganz speziellen Dynamik, die in den meisten Fällen weniger „Schaden nehmen“, wenn die Transformation von nicht-schwanger zu schwanger oder Mama relativ zeitgleich passiert. Andernfalls besteht ständig die latente „Gefahr“ in diesen heiklen Fahrwassern plötzlich den Eisberg zu rammen …

    LG
    Fi

    1. Liebste Fi,
      danke schön, ich freue mich, dass es Dir gefällt und danke für deine Sicht der Dinge und das Teilen Deiner eigenen Erfahrungen dazu!
      Einen gaaanz schönen Ostersonntag wünsche ich Dir.
      xoxo, Isa

  3. Der Artikel bringt gut auf den Punkt, wie es mit den Kinderwunsch-Freundschaften ist. Letztendlich ist es in der Community zwar schön, zu sehen, dass es anderen genauso geht. Aber jede Schwangerschaft gibt auch einen kleinen Stich. Man freut sich zwar für jeden. Natürlich macht es auch Hoffnung, wenn jemand nach vielen Versuchen plötzlich doch noch schwanger wird. Aber irgendwo schwingt immer die Angst mit, dass man am Ende übrig bleibt und eine von denen ist, die kein Kind haben wird. So meine eigenen Erfahrungen.

    Inzwischen habe ich selbst einen Blog: http://www.wegweiser-kinderwunsch.de
    Dort veröffentliche ich auch immer wieder Gastartikel, um viele Facetten des Kinderwunschs zu beleuchten, viele verschiedene Gedanken und Gefühle aufzuzeigen. Und um vielen Betroffenen eine öffentliche Stimme zu geben.
    Ich könnte mir gut vorstellen, diesen Artikel bei mir zu veröffentlichen und in diesem Zusammenhang den Blog Wunderland vorzustellen. Ich würde mich freuen :-)))

    1. Liebe Claudia,
      vielen Dank für deine Gedanken. Klar darfst Du den Artikel teilen. Ich kenne Deine Seite auch – und finde es super. Je mehr Seiten es dazu gibt, desto besser! Was wir brauchen sind funktionierende Netzwerke.
      Ich habe bei Dir auf der Website auch mal nach Deiner eigenen Geschichte gesucht – aber dazu schreibst Du nichts näher, oder? Oder habe ich was übersehen?

      LG, Isa

      1. Hallo Isa,
        inzwischen habe ich meine Geschichte hier kurz beschrieben: http://www.wegweiser-kinderwunsch.de/ich-habe-nicht-vergessen-wie-sich-der-unerfuellte-kinderwunsch-anfuehlt/
        Aber ich möchte es demnächst auch noch ausführlicher machen.
        Danke, dass ich den Artikel teilen darf. :-)))) Ja, gute Netzwerke sind wichtig, um das Thema öffentlicher zu machen. Ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben. Falls du irgendwo eine interessante Info oder einen Bericht findest, der sich für meinen Blog eigenen könnte, kannst du dich jederzeit gerne bei mir melden. Würde mich freuen. 🙂 Dir einen schönen Tag.

        1. Hallo Claudia, das ist schön!
          cnbc kommt aus der US/UK Community und bedeutet childless not by choice
          cbc = childfree by choice

  4. Ui, da hat sich ja einiges getan, auf eurer Seite 🙂 Sieht super toll aus!
    Ach ja, dann sprichst du mir mal wieder so schön aus der Seele. All das kenne ich so gut. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich genau das mitgemacht. Dieses ausgegrenzt fühlen, das Übrigbleiben. Aber ich werde es nicht vergessen. Auf gar keinen Fall. Ich nehme auch Rücksicht. Wie könnte man diese schmerzhafte Zeit in verschiedener Hinsicht je vergessen? Vielleicht durch eine Schwangerschaft, keine Ahnung. Durch Adoption sicher nicht. Denn bei uns im RL gibt es zwei Freundinnen, die noch kämpfen und sie holen sich trotzdem noch gerne Ratschläge aus meiner KiWu Zeit.

    Ganz liebe Grüße und Danke für den schönen Beitrag!

    1. Liebe S,
      ich bin immer noch entzückt von Deiner Neuigkeit – und hoffe, dass alles ganz bald ganz endgültg klar ist!
      Alles Liebe
      Isa

  5. Isa ♥
    DANKE.
    Punkt.
    Du triffst es ganz genau auf den Punkt.
    Es hat mich schon oft traurig gemacht, dass so wenige für den Rückzug unsererseits Verständnis haben. Dass es einem persönlich angekreidet wird, wenn man Abstand braucht. Dass man auf Verständnis und Präsenz pocht wohingegen bereits drei Monate später niemand mehr von einer Fehlgeburt oder Trauer wissen will…
    Sich gegenseitig akzeptieren – Schweigen nicht gleich als Feindseligkeit zu betrachten…das müssen wir wohl noch ein bisschen üben 😉

  6. Liebe schwangere Dschey Bee 🙂

    Habsch auf den Tisch gehauen? *unschuldigguck*
    Ich hab mich zumindest bemüht, dass höchstens die Gläser klirren und kein Geschirr zu Bruch geht 😉
    Sagen wir mal so: ich verfolge die „Szene“ seit über 9 Jahren. Ich war 3 mal schwanger, 2 mal hab ich das erste Trimester geschafft. Ich sehe Generationen von Kinderwunschfrauen kommen und in verschiedene Richtungen wieder gehen. Irgendwann kannst Du nicht nur individuelle Verläufe ziemlich präzise vorhersagen (wenn das eintritt oder nicht eintritt, dann wird jemand als nächstes sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so oder so verhalten und entscheiden) sondern Du siehst auch immer wieder die gleichen Gruppendynamiken enststehen…. Das ist einerseits tröstlich, weil eben Vieles normal ist, andererseits schaden, weil manches an Schmerz auch vermeidbar wäre.

    Von den KiWu-Bloggerinnen, die Ende 2013 als Belle und ich das Wonderland für die CNBC gründeten, am Start waren, sind mittlerweile die statistischen 2/3 schwanger oder Mutter.
    „Eure“ Gruppendynamik ist die letzte, die ich beobachtet habe und mitverfolgen werde. Neue KiWu-Blogs lese ich schon lange nicht mehr. Mein Fokus liegt thematisch nur noch auf dem Support der CNBC. Ich treffe heute quasi nur noch auf die, die sich vor der Ausfahrt Wonderland herum drücken oder sie bereits genommen haben 😉

    Ich ergänze das Posting mal um meine persönliche Erfahrung und Sicht und nicht als Coach:
    Nach meiner ersten FG bin ich folgend schwanger durch die Hölle gegangen mit meinen Ängsten – die ich plötzlich nicht mehr mit allen teilen konnte. Ich fühlte mich von einigen zur Freude verdonnert … und hatte einfach nur Angst. Manchmal unverstanden habe ich mich gefühlt – aber aussätzig nicht. Und dieses Unverständnis der anderen lässt sich ja wiederum auch nachvollziehen. Und zum Glück gab es dann ja auch plötzlich andere, die für mich da waren. Schwangere Ex-KiWu oder Mütter, mit denen ich vorher teils sogar weniger zu tun hatte. Ich verlor also temporär ein paar Wegbegleiterinnen, die mir natürlich teils extrem gefehlt haben – und es entstand aber auch parallel zumindest eine neue Schicksalsgemeinschaft.

    Ich habe es einfach nie persönlich genommen. Jede, die sich zurück zog, tat dies aus Schmerz und Selbstschutz – das konnte ich gut aushalten. Denn diesen Teil des Schmerzes hatte ich ja abgeben dürfen.

    Ja, auf beiden Seiten kann es Gründe für Schmerz und Angst geben.
    Und vielleicht weil ich beide Seiten kenne, positioniere ich mich, was die Beziehung zwischen zwei Freundinnen angeht, aber sehr klar: Die höhere Bringschuld sehe ich auf Seiten der Schwangeren. Und wenn diese – was sehr nachvollziehbar sein kann! – selber zu sehr in Ängsten und eigenen Problemen verhaftet ist, dann hilft manchmal beiden nur die (temporäre) Trennung.

    Offenheit und Ehrlichkeit über die eigene Gefühlslage verhindert aber dann den endgültigen Cut und sorgt dafür, dass man sich später wieder annähern kann! So wie Du es auch sagst: Gegenseitige Akzeptanz – auch und vor allem da, wo sich etwas nicht verstehen oder wegerklären lässt.

    Heute kann ich sagen: alle VL-Freundschaften, die sich auch RL weiter entwickelt hatten, sind mir auf lange Sicht geblieben. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Ich drück Dich und wünsch Dir alles Gute für die letzten Meter! 🙂
    xoxo, Isa

  7. Hmm. Mal wieder auf den Tisch gehauen 😉

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es schwierig ist. Ich wusste anfangs schlicht nicht, wie ich damit umgehen soll. Mit meiner Schwangerschaft. Mit meinen Ängsten. Mit den wertvollen Menschinnen die noch im KiWu-Karusell sitzen. Sowohl on- als auch offline. Ich hatte Ängste und wusste nicht wohin damit. Denn die eben genannten Menschinnen wollte ich damit nicht belasten. 1. weil ich ihnen nicht weh tun wollte. 2. weil…. keine Ahnung.

    Es gab auch tatsächlich welche, die haben sich ab meinem positiven Test nicht mehr gemeldet. Manche noch bis Ende der 12. Woche sporadisch. Und als auch diese „überstanden“ und ich immer noch schwanger war kam auch von diesen nichts mehr. Ja, das verletzt. Weil man sich dann als Schwangere wie eine Aussätzige vor kommt. Ganz schlimm empfand ich es auch bei meinem besten Kumpel, der sich seither überhaupt nicht mehr meldet und auf meine Kontaktversuche nur sehr sporadisch und äußerst kurz angebunden reagiert. Geht also auch Männern so…

    Jedenfalls ist es für beide Seiten schwierig. Schmerzhaft. Wasweißich. Ich glaube allerdings, dass es sehr wichtig ist und vor allem sehr viel bringt wenn man es akzeptiert. Dass man der / dem anderen nunmal nicht mehr alles nachfühlen kann. Dass ich die Gefühle der / des anderen nicht verstehe, sie / er sie aber dennoch so fühlt. Denn es sind nunmal Gefühle. Und ganz ehrlich, die verstehen wir doch oft selbst nicht.

    Wenn man seinen eigenen Stolz überwindet und offen und ehrlich mit der / dem anderen spricht, nachfragt und sein eigenes Verhalten (immerhin funktionieren SMS, WhatsApp oder Anrufe in beide Richtungen) hinterfragt – das hilft doch schon sehr.

    Und ja, manchmal muss man akzeptieren, dass eine Freundschaft auseinander geht. Weil es einfach zu Schmerzhaft ist. Aber wie du schon geschrieben hast: Das macht die Freundschaft, die zurückliegende Zeit, nicht weniger wertvoll.

    LG

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